Posts Tagged ‘Kriminalität’

Schnellimbisse haben einen gesellschaftlichen Nutzen

Dienstag, 8. Juli, 2008

Der folgende Beitrag belegt, daß manche Ideen nicht durch gezieltes Suchen gefunden werden, sondern einem zufällig in den Schoß fallen, wenn man nach Material für ein anderes Thema sucht (in diesem Fall die besten niederländischen Schnellimbisse). Aus diesem Grund ist es ratsam, Fundstücke nicht von vorne herein links liegen zu lassen, sondern mit dem bisherigen Wissen zu verknüpfen.

Auf der Webseite des niederländischen Fachblattes für Hotel- und Gaststättengewerbe „Misset Horeca“ stieß ich auf einen Artikel, welcher die Überschrift „Mehr Aggression durch dichten Schnellimbiß“ trägt. Das Geheimnis dieser Überschrift liegt in einem Papier des Vlaardinger Ortsvereins der sozialistischen SP. Neben diversen Vorschlägen sprechen sich die Verfasser für längere Öffnungszeiten für Schnellimbisse aus. Grund dafür ist, daß Schnellimbisse unter der bestehenden Regelung nur eine halbe Stunde länger geöffnet haben als Discos und Cafés, welchen 2007 zugestanden wurde, eine halbe Stunde später zu schließen. Nach Ansicht der Verfasser reicht der Zeitraum von einer halben Stunde nicht aus, damit sich junge Leute nach einem Besuch bei letzteren noch etwas essen gehen können, was in Verbindung mit Alkohol und Langeweile zu Aggressionen und Vandalismus führe.

Diese Idee ist ein gutes Beispiel für die Entwicklung des Verständnisses für das System, welches ein Element von W. Edwards Demings „System des umfassenden Wissens“ ist. In diesem Fall wird das Augenmerk nicht allein auf das Verhalten der Jugend gerichtet, sondern auch auf Faktoren, welche dieses Verhalten beeinflussen, und auf Lösungen, welche aus der Betrachtung dieser Faktoren folgen.

Gegen Lösungen wie die im Papier vorgeschlagene gibt es Vorbehalte, besonders im Zusammenhang mit den dahinter liegenden Gedankengängen. Die Einwände laufen darauf hinaus, daß das einzige Problem das asoziale Verhalten der Jugend ist, und daß diese die Pflicht hat, sich unter allen Umständen anständig zu benehmen. Würde man mit derartigen Maßnahmen einräumen, daß das Verhalten der Jugend von äußeren Faktoren beeinflußt wird, so würde ihnen das die Verantwortung für ihre Taten nehmen. Dazu ist folgendes anzumerken:

  1. Wenn man Maßnahmen wie längere Öffnungszeiten für Schnellimbisse einführt, muß das nicht bedeuten, daß Vorfälle wie Aggression oder Vandalismus als weniger schlimm empfunden werden. Etwaige Übeltäter können genauso verfolgt werden.
  2. Maßnahmen wie längere Öffnungszeiten stellen auch ein Signal dar, daß die Bedürfnisse und Befindlichkeiten der Jugend ernst genommen werden und sie somit als Mitglied der Gesellschaft anerkannt werden.
  3. Wenn die Faktoren, welche zu Aggression oder Vandalismus beitragen, vermindert werden, bedeutet dies, daß eine konkrete Tat schlimmer ist, da davon auszugehen ist, daß sie weniger wahrscheinlich hätte geschehen dürfen.

Die Einführung längerer Öffnungszeiten ist letztendlich ein Beispiel für die Schaffung einer Win-Win-Situation.

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Unerkannte gefährliche Viertel in Amsterdam

Donnerstag, 19. Juni, 2008

Die Tageszeitung „Algemeen Dagblad“ vergleicht die Kriminalität in den niederländischen Gemeinden mit ihrem Misdaadmeter, wobei man auch näheres über die Verbreitung einzelner Delikte erfährt (näheres dazu in diesem Beitrag). Anläßlich des unlängst erschienenen Misdaadscore für das Jahr 2007 soll das Augenmerk auf eine besondere Gruppe von Vierteln in der Stadt Amsterdam gerichtet werden, welche bisher nicht als kriminell galten, aber es nach den Zahlen definitiv ist. Dieser Vergleich wurde möglich, weil man im neuen Misdaadmeter nicht nur die Fallzahlen von ganz Amsterdam oder den Stadtteilen einsehen kann, sondern auch in den einzelnen Stadtvierteln (das Jahrbuch der Stadt Amsterdam enthält eine geographische Übersicht; nähere Informationen stehen in der niederländischen Wikipedia).

Wenn man ein unsicheres Viertel in Amsterdam nennen soll, so fällt einen zuerst das Rotlichtviertel (gelegen im Viertel „Oude Zijde„) ein. Die Tatsache, daß es auch sonst als Vergnügungsviertel dient, dient als Indiz für eine höhere Kriminalität. In diesem Zusammenhang wird auch die „Nieuwe Zijde„, welche gegenüber der Damrak – der Straße, die vom Hauptbahnhof in die Stadtmitte führt – gelegen ist und ebenfalls zahlreiche Ausgangsmöglichkeiten wie das Bierlokal „In de Wildeman“ aufweist, genannt.

Eine andere Gruppe von Vierteln, welche in den Sinn kommen, sind die sogenannten sozialen Brennpunkte oder Problemviertel. In den Niederlanden wurde im März 2007 eine Liste von 40 Problemvierteln ausgewiesen, welche besondere Investitionen emfangen sollen. Eines dieser Problemviertel ist das Bijlmermeer, welches sich im Verlauf der Zeit zu einem Immigrantenviertel entwickelte. Dieses Viertel wird vor allem von den Leuten genannt, welche schon von Geburt an wußten, daß die Ausländer „das Problem“ sind.

Wenn man den Angaben des Misdaadmeters nachgeht, so stellt sich heraus, daß drei Viertel den Zahlen zufolge mindestens genauso unsicher bzw. deutlich gefährlicher sind. Bei diesen Vierteln handelt es sich um:

  • De Omval (2110 Einwohner): Eine Landzunge südlich der Station Amsterdam Amstel, welche u.a. mit dem Rembrandtturm das höchste Hochhaus von Amsterdam enthält.
  • Amstel III en Bullewijk (110 Einwohner): In diesem Viertel liegt unter anderem die Amsterdam ArenA und das größte Krankenhaus von Amsterdam, das Academisch Medisch Centrum (AMC).
  • Nieuwendammerham (130 Einwohner): Ein an der IJ gelegenes Industriegebiet im Stadtteil Amsterdam-Noord.
  • Westpoort (370 Einwohner): Stadtteil von Amsterdam, welches die westlichen Häfen umfaßt.
  • Buiksloterham (610 Einwohner): Ein westlich von Nieuwendammerham am der IJ gelegenes Industriegebiet von Amsterdam-Noord.

Betrachten wir nun die Kriminalitätsraten der für den Misdaadscore herangezogenen Delikte in den erwähnten Stadtteilen im Verhältnis zur gesamten Stadt Amsterdam.

Autodiebstahl
Stadtteil Vielfaches
Westpoort 42,2
Amstel III en Bullewijk 39,7
Nieuwendammerham 33,6
Buiksloterham 14,3
De Omval 11,5
Burgwallen – Oude Zijde 1,5
Burgwallen – Nieuwe Zijde 1,3
Bijlmer – Centrum D, F en H 1,0
Bijlmer – Oost E, G en K 1,0

Lesebeispiel: Im Stadtteil Westpoort ist die Rate für Autodiebstahl die 42,2-fache im Vergleich zur gesamten Stadt Amsterdam.

Bedrohung
Stadtteil Vielfaches
Amstel III en Bullewijk 99,7
Westpoort 20,6
Nieuwendammerham 33,6
Burgwallen – Nieuwe Zijde 6,6
Burgwallen – Oude Zijde 4,9
Buiksloterham 3,1
De Omval 2,5
Bijlmer – Centrum D, F en H 2,1
Bijlmer – Oost E, G en K 1,1
Mißhandlung
Stadtteil Vielfaches
Amstel III en Bullewijk 79,5
Westpoort 21,1
Burgwallen – Nieuwe Zijde 11,4
Burgwallen – Oude Zijde 9,0
Buiksloterham 7,2
Nieuwendammerham 3,6
De Omval 3,6
Bijlmer – Centrum D, F en H 1,9
Bijlmer – Oost E, G en K 1,2
Überfall
Stadtteil Vielfaches
Amstel III en Bullewijk 33,8
Westpoort 30,1
Nieuwendammerham 14,3
Burgwallen – Nieuwe Zijde 10,5
Buiksloterham 9,1
Burgwallen – Oude Zijde 5,5
Bijlmer – Centrum D, F en H 1,9
De Omval 1,8
Bijlmer – Oost E, G en K 0,8
Straßenraub
Stadtteil Vielfaches
Amstel III en Bullewijk 28,3
Burgwallen – Oude Zijde 23,3
Burgwallen – Nieuwe Zijde 16,7
Westpoort 14,7
Nieuwendammerham 6,0
Bijlmer – Oost E, G en K 2,0
Buiksloterham 1,9
Bijlmer – Centrum D, F en H 1,8
De Omval 1,7
Wohnungseinbruch
Stadtteil Vielfaches
Burgwallen – Oude Zijde 2,2
De Omval 1,9
Burgwallen – Nieuwe Zijde 1,8
Nieuwendammerham 1,7
Bijlmer – Centrum D, F en H 1,1
Bijlmer – Oost E, G en K 1,0
Amstel III en Bullewijk 0,0
Buiksloterham 0,0
Westpoort 0,0
Kraftfahrzeugeinbruch
Stadtteil Vielfaches
Amstel III en Bullewijk 131,6
Westpoort 27,7
Nieuwendammerham 12,8
Buiksloterham 5,7
De Omval 5,0
Burgwallen – Nieuwe Zijde 3,2
Burgwallen – Oude Zijde 2,0
Bijlmer – Oost E, G en K 0,7
Bijlmer – Centrum D, F en H 0,6
Diebstahl aus Box, Garage usw.
Stadtteil Vielfaches
Amstel III en Bullewijk 7,0
Nieuwendammerham 6,0
Buiksloterham 5,1
De Omval 2,6
Bijlmer – Centrum D, F en H 2,4
Westpoort 2,1
Bijlmer – Oost E, G en K 2,0
Burgwallen – Oude Zijde 0,6
Burgwallen – Nieuwe Zijde 0,2
Diebstahl von Moped oder Mofa
Stadtteil Vielfaches
Westpoort 18,4
Amstel III en Bullewijk 15,4
Burgwallen – Nieuwe Zijde 3,8
Buiksloterham 3,7
Burgwallen – Oude Zijde 2,3
De Omval 1,3
Bijlmer – Centrum D, F en H 0,7
Bijlmer – Oost E, G en K 0,3
Nieuwendammerham 0,0
Betrug
Stadtteil Vielfaches
Amstel III en Bullewijk 108,5
Westpoort 39,4
Burgwallen – Nieuwe Zijde 17,8
Burgwallen – Oude Zijde 6,3
Buiksloterham 5,1
Nieuwendammerham 3,4
De Omval 1,5
Bijlmer – Centrum D, F en H 1,1
Bijlmer – Oost E, G en K 1,0
Vandalismus gegen Autos
Stadtteil Vielfaches
Amstel III en Bullewijk 71,8
Westpoort 24,7
Nieuwendammerham 9,7
Buiksloterham 6,8
De Omval 4,6
Burgwallen – Oude Zijde 2,4
Burgwallen – Nieuwe Zijde 2,0
Bijlmer – Oost E, G en K 0,8
Bijlmer – Centrum D, F en H 0,8
Taschendiebstahl
Stadtteil Vielfaches
Amstel III en Bullewijk 92,0
Burgwallen – Nieuwe Zijde 55,1
Burgwallen – Oude Zijde 21,6
Westpoort 15,1
De Omval 1,2
Buiksloterham 0,9
Nieuwendammerham 0,8
Bijlmer – Centrum D, F en H 0,4
Bijlmer – Oost E, G en K 0,2

(Quellen: Algemeen Dagblad, CBS Statline)

Trotz ihrer geringen Einwohnerzahl weisen diese Stadtviertel teilweise dramatisch hohe Kriminalitätsraten auf.

Welche Gefahren stecken hinter diesen Mauern?

Amsterdam-Westpoort: Welche Gefahren stecken hinter diesen Mauern?

Der geneigte Leser mag den Eindruck gewinnen, daß die Zahlen nicht das aussagen, was sie auszusagen scheinen. In diesem Fall sollte er sich bewußt machen, daß das nichts schlechtes, sondern etwas gutes ist. Denn Resultate, welche nicht den Erwartungen entsprechen, sind der beste Weg zur Erlangung neuen Wissens.

Zum Schluß sollen noch die gemäß dem Misdaadscore sichersten Stadtviertel von Amsterdam vorgestellt werden (mit mindestens 4000 Einwohnern):

  1. Middelveldsche Akerpolder en Sloten (14950 Einwohner): Sloten ist ein Dorf an der Grenze zwischen Amsterdam und Haarlemmermeer.
  2. Rijnbuurt (8570 Einwohner): Ein Viertel im Stadtteil ZuiderAmstel.
  3. Gein (11980 Einwohner): Ein Viertel im Stadtgebiet Gaasperdam am Rand von Amsterdam-Zuidoost.

Kartografierte Kriminalität

Donnerstag, 24. Januar, 2008

Ein weiteres Beispiel für die Möglichkeiten des Internets ist die Misdaadkaart. Auf dieser Webseite werden die niederländischen Polizeiberichte ausgewertet und die Fälle auf einer Karte verzeichnet. Dabei werden die in den Berichten genannten Orte und Straßen zugrundegelegt. Der Besucher hat die Möglichkeit, nach Meldungen über bestimmte Delikte zu suchen und die Ergebnisse nach Ort bzw. Postleitzahl zu verfeinern. Da man davon ausgehen kann, daß die Berichtspraxis zumindest in einer Stadt konsistent ist, kann man sich auf diese Weise einen Überblick über die Sicherheit in einem bestimmten Gebiet verschaffen. Über ein auf der Karte verzeichnetes Delikt kann man auch die zugehörige Meldung aufrufen.

Der Erfolg der Webseite hat die Betreiber dazu ermutigt, das Prinzip auf weitere Projekte anzuwenden. Neben einer Karte für niederländische Lokalnachrichten wurde auch eine deutsche Variante der Misdaadkaart geschaffen. Auch in der Krimikarte werden Polizeiberichte ausgewertet und kann der Besucher nach Delikten in einer bestimmten Gegend suchen. Allerdings steckt diese Karte noch im Entwicklungsstadium. So fiel mir z.B. bei der Suche nach Polizeiberichten aus Aachen auf, daß in der Karte jeweils das Polizeipräsidium markiert wurde. Da das Konzept sehr unterstützenswert ist, schlage ich vor, an der Verbesserung der Krimikarte mitzuarbeiten. Ein Möglichkeit der Mitarbeit ist, die Meldungen durchzulesen und den Betreibern die richtigen Straßen mitzuteilen.

Verbrechen in Holland

Samstag, 12. Januar, 2008

Auch in den Niederlanden ist die Kriminalität in den letzten Jahren immer mehr ins Bewußtsein gerückt. Dies hat zwar nicht unbedingt mit den tatsächlich vorkommenden Verbrechen zu tun, sondern mit dem Eindruck, der durch spektakuläre Kriminalfälle und alltägliche Ärgernisse genährt wird. Jedenfalls wird auch dort die Frage diskutiert, wie man zu mehr Sicherheit gelangen kann.

Zur Diskussion über Kriminalität gehört auch die Frage, wo die meisten Verbrechen vorkommen und wo es sicher ist. Die Tageszeitung Algemeen Dagblad liefert in seinem Misdaadmeter eine Übersicht über die Verbrechen in den Niederlanden. Für die einzelnen Gemeinden und Ortsteile kann man die absoluten Häufigkeiten von verschiedenen Kriminalitätsfällen abrufen. Um die (Un-)Sicherheit einer Gemeinde zu bestimmen, wird jedes Jahr ein Misdaadscore berechnet und eine Rangliste zusammengestellt. Die Position einer Gemeinde in dieser Rangliste liefert natürlich reichlich Diskussionsstoff. Der Misdaadscore wird wie folgt berechnet:

Aus den offiziellen Polizeiangaben wird für jede Gemeinde ihre Position in 12 Delikten ermittelt, welche sich aus der relativen Häufigkeit eines Deliktes im Verhältnis zur Einwohneranzahl ergibt. Sechs Delikte werden doppelt gewertet:

  • Autodiebstahl
  • Bedrohung
  • Körperverletzung
  • Überfall
  • Straßenraub
  • Einbruch in Wohnungen

Die restlichen sechs zählen einfach:

  • Einbruch in Kraftfahrzeugen
  • Diebstahl aus einer Box, einer Garage, einer Scheune oder einem Gartenhaus
  • Diebstahl eines Mopeds oder Mofas
  • Betrug
  • Vandalismus gegen Kraftfahrzeuge
  • Taschendiebstahl

Aus der Summe der Positionen ergibt sich der Misdaadscore. Bei der Berechnung wurden Gemeinden mit weniger als 4.000 Einwohnern ausgelassen (für 2006 waren das Ameland, Schiermonnikoog, Vlieland, Rozendaal und Thorn). Die resultierende Rangliste umfaßt somit 450 Gemeinden.

Aus der Rangliste gewinnt man interessante Erkenntnisse:

  • Im Jahr 2006 war Eindhoven die unsicherste Stadt der Niederlande. Sie löste damit Rotterdam ab, welches die Spitzenposition in den Jahren davor einnahm.
  • Amsterdam ist nicht auf dem Treppchen. Auch wenn die ehemalige Ministerin für Integration und Einwanderung Rita Verdonk behauptet hat, daß aus der Stadt eine Bananenrepublik wird, nimmt Amsterdam nur Platz 9 ein (nach Platz 6 im Vorjahr).
  • Wenn man eine besonders kriminelle Stadt in den Niederlanden nennen soll, würden viele Leute auf Amsterdam oder Rotterdam tippen. Hollands heimliche Hochburg des Verbrechens ist jedoch Roermond! Die alte Bischofsstadt stieg von Platz 8 in 2004 auf Platz 4 in 2005 und nimmt nun Platz 3 ein. Wenn man bedenkt, daß die eigentliche Stadt Roermond nur 34.000 Einwohner hat, ist dies eine bemerkenswerte Leistung. Und die Tendenz ist steigend!
  • Die Gemeinde Zeist bei Utrecht hat 2006 einen Rückschlag erlitten. Nachdem der Sitz des niederländischen Fußballverbandes sich letztes Jahr noch von Platz 21 auf Platz 52 verbessert hat, fand sie sich 2006 auf Platz 37 wieder.
  • Die sicherste Gemeinde 2006 war Littenseradiel in Friesland. Sie dürfte somit als Vorbild für alle anderen Gemeinden dienen.

Aus dem Misdaadmeter kann man viel ableiten. Die Frage ist nur, wie das zu interpretieren ist:

  • Ist der hohe Platz von Roermond nur auf die Unfähigkeit derjenigen zurückzuführen, die für die Verbrechensbekämpfung zuständig sind, oder kann man vielmehr behaupten, daß in eine Stadt wie Roermond viel Kriminalität vorkommt?
  • Zeigen die Plätze von Zeist tatsächlich einen Rückschlag an, oder könnte das auch Zufall sein?
  • Vor 2006 wurden nur tatsächlich angezeigte Delikte registriert. Ab 2006 werden auch Delikte erfaßt, die von der Polizei bemerkt werden, aber keine Anzeige nach sich ziehen. Deshalb lassen sich die Fallzahlen auf Gemeindeebene nicht mit dem Vorjahr vergleichen.
  • Einige Delikte kommen so selten vor, daß in einer Reihe von Gemeinden während eines Jahres keine Fälle vorkommen. Die Frage ist, wie man diese Gemeinden einordnen soll.

Bei Ranglisten sollte man zum Schluß bedenken, daß diese grundsätzlich einen ersten oder letzten Platz enthalten. Über die Gesamtzahl der Delikte sagt dies nichts aus (sie ist 2006 zurückgegangen). Es wäre trotzdem interessant zu wissen, wie ein entsprechender Vergleich für die deutschen Gemeinden ausfallen würde.