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Hollands beste Biere – Top 25 der Pilsener und Lagerbiere

Mittwoch, 5. August, 2009

Wenn man sich in den Niederlanden aufhält und Bier trinken möchte, dann hat man zwei Möglichkeiten. Die erste ist:

  1. Einen Laden aufsuchen.
  2. Bier kaufen.
  3. Bier trinken.

Die zweite Möglichkeit ist:

  1. In eine Bar oder eine Kneipe gehen.
  2. Bier bestellen.
  3. Bier trinken.

Beide Abläufe sind leicht auszuführen. Wer sich mit den Unterschieden zwischen den einzelnen Biersorten und allgemein mit der Kunst des Brauens beschäftigt, der muß differenzierter vorgehen. Mehrere Webseiten haben sich der Aufgabe gewidmet, eine Übersicht über die Biere der Welt zu liefern, wozu auch Urteile der Mitglieder gehören. Von diesen ist RateBeer die umfangreichste und meistbsuchte.

Die Wertung für ein Bier setzt sich aus 5 Teilnoten zusammen:

  • „Aroma“ (der Geruch des Bieres): 1 bis 10 Punkte
  • „Appearance“ (das Aussehen des Bieres): 1 bis 5 Punkte
  • „Flavor“ (der Geschmack des Bieres auf der Zunge): 1 bis 10 Punkte
  • „Palate“ (das Gefühl des Biers auf dem Gaumen und im restlichen Mund): 1 bis 5 Punkte
  • „Overall impression“ (der Gesamteindruck des Bieres): 1 bis 20 Punkte

Diese Punkte werden zusammengezählt und durch 100 geteilt, so daß ein Bier eine Note zwischen 0,5 und 5 erhalten kann.

Da die Wertungen mit der Anzahl der Benotungen immer ausagekräftiger werden, verwendet RateBeer einen ähnlichen Ansatz wie die Filmdatenbank IMDb und gewichtet die Durchschnittsnoten nach einem Bayesschen Verfahren. Ein Bier mit 10 Stimmen (dem Minimum für die Aufnahme in eine Topliste) erhält eine Wertung in der Mitte zwischen der eigentlichen Durchschnittsnote des Bieres und einer mittleren Bewertung von 2,75. Je mehr Stimmen hinzukommen, desto mehr bewegt sich die Wertung des Bieres in die Richtung der eigentlichen Durchschnittsnote (mit der Anzahl der Stimmen entfernen sich die Wertungen für die Biere also von der Mitte der Notenskala).

Für den neugierigen Biertrinker gibt es eine Übersicht der besten Biere aus den Niederlanden, wobei die einzelnen Kategorien betrachtet werden. Grundlage sind die Jahresübersichten von RateBeer. Dort werden auch die besten Biere nach einzelnen Kategorien gelistet.

Als Auftakt gibt es die 25 besten Pilsener und Lagerbiere aus den Niederlanden. Diese Biere wurden im 19. Jahrhundert entwickelt und fanden weite Verbreitung. In den Niederlanden entstand der Begriff der „Pilskultur“, wobei auch die Konzentration auf dem Biermarkt eine Rolle spielte. Zu den Pilsenern und Lagerbieren gehören gemäß RateBeer:

Für die Tabelle wurden die 25 besten Biere gewählt, welche aktuell in den Niederlanden gebraut werden und mindestens 10 Stimmen erhielten (Stand: 31.07.2009):

Hollands beste Biere – Pilsener und Lagerbiere
Platz Bier Sorte Brauerei Wertung Benotungen
1. Christoffel Blond Pilsener Bierbrouwerij St. Christoffel 3,52 458
2. ‚t IJ Plzen Bohemian Pilsener Brouwerij ‚t IJ 3,34 150
3. De Molen Opdondertje Bohemian Pilsener Brouwerij de Molen 3,24 11
4. De Molen Donder & Bliksem Bohemian Pilsener Brouwerij de Molen 3,23 55
5. Brand UP Pilsener Brand Bierbrouwerij 3,18 83
6. Grolsch Pilsner Speciale Bohemian Pilsener Grolsche Bierbrouwerij Ned. 3,10 13
7. Gulpener Dort Dortmunder/Helles Gulpener Bierbrouwerij 3,08 90
8. Alfa Super Dortmunder Dortmunder/Helles Alfa Bierbrouwerij 3,05 46
9. Us Heit Twels Pilsner Pilsener Friese Bierbrouwerij 2,91 14
10. Hertog Jan Primator Pilsener Arcense Bierbrouwerij 2,86 57
11. Hertog Jan Pilsener Pilsener Arcense Bierbrouwerij 2,86 121
12. St. Martinus Bommen Berend Pale Lager Groningse Stadsbrouwerij 2,76 12
13. Grunn Goudhaantje Ourpilzen Pilsener Groningse Stadsbrouwerij 2,74 21
14. Amstel 1870 Pilsener Heineken 2,74 78
15. Brand Pilsener Pilsener Brand Bierbrouwerij 2,74 96
16. De Boei Noorderzon Premium Lager Bierbrouwerij de Boei 2,71 19
17. Gulpener Limburgs Land Pilsener Gulpener Bierbrouwerij 2,68 38
18. Alfa Edel Pils Pilsener Alfa Bierbrouwerij 2,68 104
19. Hunebed Blond Pilsener Groningse Stadsbrouwerij 2,67 11
20. Gulpener Château Neubourg Classic German Pilsener Gulpener Bierbrouwerij 2,67 63
21. Halve Maan Alexis Pilsener Bierbrouwerij de Halve Maan 2,65 10
22. Hollande 1620 Lager Bier Pale Lager Bavaria Brouwerij 2,64 68
23. Brand Cuvée Pilsener Pilsener Brand Bierbrouwerij 2,61 29
24. Gulpener Pilsner Pale Lager Gulpener Bierbrouwerij 2,60 54
25. Keizerskroon Premium Pilsener Pilsener Bavaria Brouwerij 2,58 10

Neben diesen Bieren gibt es noch ein paar selten geprüfte, welche in Zukunft in die Liste gelangen könnten:

Bier Sorte Brauerei Wertung Benotungen
De Hemel Luna Pilsener Stadsbrouwerij De Hemel 3,12 6
Erve Kots Prins Frederik Hendrik Pilsner Pilsener Museum Erve Kots 2,84 6
Schans Pils Pilsener Brouwerij de Schans 2,78 6
Swinckels Volmaakt Pilsener Bavaria Brouwerij 2,77 9
Halve Maan Javabier Premium Pilsener Bierbrouwerij de Halve Maan 2,70 8
Linteloo Gold Pilsener Utrechtse Stoombierbrouwerij Oudaen 2,68 9

Bleibt noch ein Bier aus dieser Kategorie, welches nicht mehr gebraut wird:

Bier Sorte Brauerei Wertung Benotungen
Rowwen Hèze Bier (R) Pilsener Gulpener Bierbrouwerij 2,74 10

Bei der Aufstellung ist zu beachten, daß einige Brauereien mit Sitz in den Niederlanden von RateBeer anderen Ländern zugeordnet werden, da sie im Ausland brauen (lassen). Zwei Beispiele sind die Scheldebrouwerij aus Bergen op Zoom, deren Brauerei jenseits der Grenze in Belgien liegt sowie die Jopen BV aus Haarlem, die ihre Biere ebenfalls in Belgien brauen läßt.

Der Brauereiriese Heineken ist nur mit Amstel 1870 in der Liste vertreten. Das Heineken-Bier selbst hat mit einer Wertung von 2,12 – basierend auf 2209 Benotungen – eine mäßiges Urteil erhalten, was auch durch durch die Meinungen der Tester unterstrichen wird, die das Bier als „eindimensional“, „wässrig“ und „langweilig“ einstuften. Allerdings schnitt es bei einer Pilsprobe der belgischen Zeitschrift „Bierpassie„, wo die Biere blind geprüft worden sind, recht gut ab.

Ansonsten kann die Liste nur einen Anhaltspunkt darstellen, um sich mit den niederländischen Pilsenern zu beschäftigen. Für alle weiteren Biere, gilt: Im Zweifel probieren.

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Holland Magazin

Dienstag, 5. Mai, 2009

Wer sich über die Niederlande informieren möchte und sich dabei nicht bloß auf Quellen wie den „Stern“ stützen möchte, für den gibt es jetzt ein Reisemagazin in Form des „Holland Magazins“.

Passenderweise wird das Magazin von einem niederländischen Verlag herausgegeben, der Credits Media BV. Dieser ist in seiner Heimat der führende Herausgeber von Länderzeitschriften und bringt auch deutsche Ausgaben über ihre Magazine zu den Themen Italien, Spanien und Frankreich heraus.

Zu den behandelten Themen gehören Beschreibungen von

  • Reisezielen (z.B. Amsterdam, die Watteninseln und Maastricht),
  • niederländischer Küche (sowohl Haute Cuisine als auch holländischer Käse),
  • Handwerk (z.B. Aalfischer),
  • niederländischem Design aller Art.

Dies ist alles verbunden mit nützlichen Tipps für den Reisenden. Hinzu kommen diverse Kolumnen und Informationen wie über aktuelle niederländische Romane. Dies alles macht das Holland Magazin zu einem Werk, welche jeden ansprechen dürfte, der gerne Zeitschriften wie den „HB Bildatlas“ oder „Land und Meer“ liest.

Die erste Ausgabe ist im März erschienen. Weitere folgen im Juni und Oktober jeweils vor Beginn der Ferien.

Die besten Schnellimbisse der Niederlande

Samstag, 26. Juli, 2008

Wie es der Name schon sagt, sind Schnellimbisse (nl. „cafetaria“) eine Möglichkeit, sich auf die Schnelle mit einer kleinen oder auch größeren Mahlzeit zu versorgen. Aus einem früheren Beitrag wissen wir, daß Schnellimbisse auch zu einem geregelten Zusammenleben beitragen können, sofern sie noch spät genug geöffnet haben. Daher ist es nicht verwunderlich, daß sie auch in den Niederlanden weit verbreitet sind.  Es sollte somit auch selbstverständlich sein, daß man sich darüber informieren kann, wo man sich ein gepflegtes Essen verschaffen kann. Dazu gibt es im Internet mehrere Möglichkeiten.

Da Schnellimbisse in einem normalen Restaurantführer nicht vorkommen, sind sie im Internet eher in Restaurantführern mit großer Basis wie z.B. Iens.nl oder Eet.nu zu finden, wo sie unter der Kategorie „Fast Food“ bzw. „Cafetaria“ und „Patates-frites“ verzeichnet sind. Allerdings sind diese Restaurantführer nicht auf Schnellimbisse spezialisiert, so daß diese dort nur eine Kategorie unter vielen darstellen.

Wer sich speziell für Fritten in den Niederlanden interessiert, der kann die Webseite Frietopia aufsuchen. Dort bewerten die Verbraucher die Frittenbuden des ganzen Landes, wie es auch die zugehörige Karte zeigt, auf welcher man nach den Buden eines Ortes suchen kann. Dabei wird zumindest für Maastricht deutlich, daß die besten Buden auch abseits der ausgetretenen Pfade liegen können. Die drei besten Buden eines Jahres erhalten einen Publikumspreis. Eine Rangliste aller getesteten Buden sowie eine Hall of Fame bzw. Hall of Shame runden die Seite ab.

Unter den Restaurants, deren Angebot sich um den Imbiß zwischendurch dreht, ermittelt das Fachblatt Snackkoerier jährlich die Cafetaria Top 100, eine Liste der 100 besten Schnellimbisse. Zur besseren Übersicht gibt es auch eine Karte, die heruntergeladen werden kann. Aus der geographischen Verteilung geht hervor, daß die meisten ausgezeichneten Schnellimbisse sich in der Provinz Südholland befinden. Bei Horeca Link gibt es einen Bericht, in welchem die Cafetaria Top 100 mit Links zu den ausgezeichneten Schnellimbissen sowie den vertretenen Ketten verzeichnet sind. Neben den Top 100 gibt es auch eine Liste der Betriebe, welche nicht ganz nach oben geschafft haben, sowie den Gründen dafür.

Der Erstplatzierte der Cafetaria Top 100 wird für drei Jahre in die Ehrengalerie aufgenommen, was auch bedeutet, daß er in dem Zeitraum nicht in den offiziellen Top 100 erscheint. Ein Schnellimbiß in der Ehrengallerie wird jedes Jahr überprüft, ob er dieser Auszeichnung noch würdig ist.

Neben den Top 100 werden auch Spezialpreise vergeben. Im letzten Jahr wurden drei Betriebe für ihre Leisungen in der Innovation, in der Gastfreundschaft sowie beim Eisverkauf ausgezeichnet.

Die am häufigsten vertretenen Ketten waren im letzten Jahr Kwalitaria, Vork, Verhage, Plaza und Snackpoint. Es fällt auf, daß die Ketten 2007 mit 65 Betrieben in den Top 100 vertreten sind, während es 2004 noch 45 Betriebe gewesen sind. Dies deutet darauf hin, daß die Ketten den Prestige der Top 100 erkennen und mehr Möglichkeiten besitzen, um einen Qualitätsstandard erreichen zu können.

Das auch die Schnellimbisse mehr Professionalität anstreben, geht auch aus der Liste der Do und Don´ts 2007 sowie der Patzer von 2006 hervor. Offensichtlich kann man auch dort Ordnung und Sauberkeit erwarten. Auch hier haben die Ketten mehr Möglichkeiten, um Punkte zu sammeln.

Die Cafetaria Top 100 von 2007 wurden in einem Festakt in den Brabanthallen von ’s-Hertogenbosch vorgestellt. Beim dem Anlaß wurden auch die Auszeichnungen überreicht. Von diesem Festakt gibt es neben einem Bildbericht auch erstmals einen Videobericht. Die Top 10 dieser Liste sind:

Top 10 der niederländischen Schnellimbisse 2007-2008
Platz Vorjahr Schnellimbiß Ort
1. 39. Eetplezier De Bestse Snackbar Best
2. 9. Vork Fastfood Stadshagen Zwolle
3. 4. Snackpoint Knoors Berg aan de Maas
4. 3. King Lao Lisse
5. koffie- en eetwinkel Daily-in Lochem
6. Verhage Plateau Spijkenisse
7. 53. Plaza De Tol Tiel
8. 6. Kwalitaria ´t Middelpunt Emmer-Compascuum
9. 44. Eet- en ijssalon Menzing Haaksbergen
10. Snackbar De Krom Spijkenisse

Die Spezialpreise des Jahres gingen an Eetplezier De Bestse Snackbar (Innovation), Plaza De Tol (Gastfreundschaft) sowie Eet- en ijssalon Menzing (Eisverkauf). Zur Ehrengalerie gehören die Schnellimbisse Eetpaleis ´t Vosje aus Rosmalen (Sieger 2004/05), Kwalitaria De Bik Bar aus Emmen (2005/06) sowie Verhage Kort Ambacht aus Zwijndrecht (2006/07).

Was ein dermaßen ausgezeichneter Schnellimbiß zu leisten vermag, davon kann sich der geneigte Leser anhand der Listen bei Gelegenheit selber ein Bild machen.

Schnellimbisse haben einen gesellschaftlichen Nutzen

Dienstag, 8. Juli, 2008

Der folgende Beitrag belegt, daß manche Ideen nicht durch gezieltes Suchen gefunden werden, sondern einem zufällig in den Schoß fallen, wenn man nach Material für ein anderes Thema sucht (in diesem Fall die besten niederländischen Schnellimbisse). Aus diesem Grund ist es ratsam, Fundstücke nicht von vorne herein links liegen zu lassen, sondern mit dem bisherigen Wissen zu verknüpfen.

Auf der Webseite des niederländischen Fachblattes für Hotel- und Gaststättengewerbe „Misset Horeca“ stieß ich auf einen Artikel, welcher die Überschrift „Mehr Aggression durch dichten Schnellimbiß“ trägt. Das Geheimnis dieser Überschrift liegt in einem Papier des Vlaardinger Ortsvereins der sozialistischen SP. Neben diversen Vorschlägen sprechen sich die Verfasser für längere Öffnungszeiten für Schnellimbisse aus. Grund dafür ist, daß Schnellimbisse unter der bestehenden Regelung nur eine halbe Stunde länger geöffnet haben als Discos und Cafés, welchen 2007 zugestanden wurde, eine halbe Stunde später zu schließen. Nach Ansicht der Verfasser reicht der Zeitraum von einer halben Stunde nicht aus, damit sich junge Leute nach einem Besuch bei letzteren noch etwas essen gehen können, was in Verbindung mit Alkohol und Langeweile zu Aggressionen und Vandalismus führe.

Diese Idee ist ein gutes Beispiel für die Entwicklung des Verständnisses für das System, welches ein Element von W. Edwards Demings „System des umfassenden Wissens“ ist. In diesem Fall wird das Augenmerk nicht allein auf das Verhalten der Jugend gerichtet, sondern auch auf Faktoren, welche dieses Verhalten beeinflussen, und auf Lösungen, welche aus der Betrachtung dieser Faktoren folgen.

Gegen Lösungen wie die im Papier vorgeschlagene gibt es Vorbehalte, besonders im Zusammenhang mit den dahinter liegenden Gedankengängen. Die Einwände laufen darauf hinaus, daß das einzige Problem das asoziale Verhalten der Jugend ist, und daß diese die Pflicht hat, sich unter allen Umständen anständig zu benehmen. Würde man mit derartigen Maßnahmen einräumen, daß das Verhalten der Jugend von äußeren Faktoren beeinflußt wird, so würde ihnen das die Verantwortung für ihre Taten nehmen. Dazu ist folgendes anzumerken:

  1. Wenn man Maßnahmen wie längere Öffnungszeiten für Schnellimbisse einführt, muß das nicht bedeuten, daß Vorfälle wie Aggression oder Vandalismus als weniger schlimm empfunden werden. Etwaige Übeltäter können genauso verfolgt werden.
  2. Maßnahmen wie längere Öffnungszeiten stellen auch ein Signal dar, daß die Bedürfnisse und Befindlichkeiten der Jugend ernst genommen werden und sie somit als Mitglied der Gesellschaft anerkannt werden.
  3. Wenn die Faktoren, welche zu Aggression oder Vandalismus beitragen, vermindert werden, bedeutet dies, daß eine konkrete Tat schlimmer ist, da davon auszugehen ist, daß sie weniger wahrscheinlich hätte geschehen dürfen.

Die Einführung längerer Öffnungszeiten ist letztendlich ein Beispiel für die Schaffung einer Win-Win-Situation.

Webseite für niederländische Sprache

Mittwoch, 2. Juli, 2008

Ein wichtiges Hilfsmittel, um mit einem fremden Land zurechtzukommen, ist der Umgang mit der dortigen Sprache. Aus diesem Grund schreibe ich diesen Beitrag über eine Webseite, die ich gerade gefunden habe und welche nach dem ersten Durchsehen in dieser Hinsicht weiterhelfen sollte (mir ist klar, daß es sich nicht um die einzige Seite im Netz handelt).

Die Webseite uitmuntend enthält nicht nur ein deutsch-niederländisches bzw. niederländisch-deutsches Online-Wörterbuch mit „391.806 Stichwörtern in 209.929 direkten Treffern, Redewendungen, Zusammensetzungen, Sprichwörtern, Beispielsätzen und Fachausdrücken“, sondern auch weitere nützliche Hilfsmittel wie

Unter den Extras befindet sich auch eine Linksammlung mit weiteren Links zur niederländischen Sprache, Zeitungen, Radios und weiteren nützlichen Informationen für Leute, welche sich ernsthaft mit den Niederlanden beschäftigen möchten. Nach einer ersten Durchsicht wage ich zu behaupten, daß die Seite für den Einstieg ins Niederländische in der Tat „uitmuntend“ ist.

Unterwegs mit Bus und Bahn in den Niederlanden und in Belgien

Dienstag, 24. Juni, 2008

Da gerade in den Niederlanden ein längerer Streik der Busfahrer zu Ende gegangen ist, sehe ich den Zeitpunkt für günstig an, Informationsmöglichkeiten über die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel in den Niederlanden und in Belgien vorzustellen.

Ein Vorteil in diesen Ländern ist, daß man bei Reisen durch das Land nicht unbedingt auf die Bahn angewiesen ist, sondern die Strecken auch ohne sie zurücklegen kann. Während es nicht möglich ist, per Bus von Aachen nach das ca. 75 km entfernte Köln zu fahren, ist es in den Niederlanden theoretisch möglich, von Maastricht nach Amsterdam zu fahren, ohne die Bahn zu benutzen (wer es ausprobieren möchte, der kann Samstag morgen um 8 Uhr 15 am Maastrichter Hauptbahnhof in die Buslinie 17 Richtung Sittard einsteigen und bis zum Bahnhof Bunde fahren – dann noch 10 Mal umsteigen und man ist nach 9 1/2 Stunden am Amsterdammer Hauptbahnhof). Um bestimmte Ziele erreichen zu können, braucht man wie gesagt Informationen, welche über das Internet zugänglich sind.

Wer in Deutschland unterwegs ist, der kann die Reiseauskunft der Bahn benutzen. Dort werden neben den in- und ausländischen Bahnlinien auch die deutschen Nahverkehrsverbünde berücksichtigt. Außerdem kann man nachsehen, ob es auf der Bahnfahrt eventuelle Behinderungen gibt.

Bei der Reiseauskunft der niederländischen Eisenbahn können nicht nur Bahnhöfe eingegeben werden, sondern auch genauere Ziele wie:

  • Adresse
  • Postleitzahl
  • Sehenswürdigkeit
  • Kongresszentrum
  • Krematorium
  • Tiergarten
  • Flughafen
  • Museum
  • Theater
  • Universität
  • Krankenhaus

Speziell bei der Routenberechnung zu einer bestimmten Adresse kann es sich lohnen, auch die Postleitzahl auszuprobieren und die Ergebnisse zu vergleichen.

Für die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel in den Niederlanden ist die Reiseplanung von 9292 geeignet. Neben Bahnstation und Adressen können für die Planung auch hier weitere Punkte eingegeben werden:

  • Postleitzahl
  • Sehenswürdigkeit
  • Friedhof / Krematorium
  • Ortsmitte
  • Kongress- / Börsengebäude
  • Museum
  • Stadion
  • Strand
  • Theater / Konzertsaal
  • Universität / Hochschule
  • Flugplatz / Fährhafen
  • Einkaufszentrum
  • Krankenhaus
  • Betreuungszentrum

Bei der ausführlichen Reiseplanung („OV uitgebreid“) kann man auch die gewünschten Beförderungsmittel, Zwischenstationen und Haltestellen aussuchen. Nach der Ausgabe der Reiseroute erhält man auch die Abfahrtszeiten an den einzelnen Haltestellen sowie eine ausführliche Erläuterung der in Frage kommenden Tarife. Bei der Planung werden auch Zugfahrten in das Ausland berücksichtigt und können somit einige Orte in den Nachbarländern angegeben werden. Im Zweifel klärt man diesen Teil der Reise mit der Reiseauskunft einer Eisenbahn.

Bei der belgischen Eisenbahn (In Flandern NMBS, in Wallonien SNBC) kann man auf nationaler Ebene eine Reiseplanung von Tür zu Tür durchführen. Dabei werden auch Nahverkehrsverbindungen ins Ausland berücksichtigt, sofern sie durch belgische Gesellschaften betrieben werden.

In Flandern wird der öffentliche Stadt- und Regionalverkehr durch die Gesellschaft De Lijn betrieben. Die Reiseplanung ermöglicht die Eingabe von Haltestellen und Stationen sowie von Adressen und markanten Punkten. Wenn man die genaue Bezeichnung nicht weiß, so kann man auch einen Teil davon eingeben und mit der Suchoption nach einem passenden Namen suchen. Dabei werden auch Ziele außerhalb Flanderns berücksichtigt, sofern sie von De Lijn angefahren werden.

In Wallonien wird der ÖPNV durch die TEC betrieben. Die Reiseinformation auf der Seite läßt Eingaben von Haltestellen, Adressen sowie öffentlichen Orten zu. Sind die Angaben nicht vollständig, so können die fehlenden Angaben aus einer Liste ausgewählt werden. Auf dieser Webseite sind Planungen für Fahrten innerhalb ganz Belgiens möglich, jedoch nicht ins Ausland. Das gilt auch für Linien der TEC, welche ausländische Haltestellen haben, z.B. die Linie 396 mit Endstation in Vaals.

Abschließend läßt sich sagen, daß es ausreichend Möglichkeiten gibt, sich über Fahrten mit Bus und Bahn in den Niederlanden und in Belgien zu informieren. Das größte Problem sind Fahrten im Rahmen des „kleinen Grenzverkehrs“. Solange es keine europaweite Reiseplanung von Tür zu Tür gibt, empfiehlt es sich, zu überprüfen, ob bei der verwendeten Reiseinformation wirklich alle Fahrtmöglichkeiten im betreffenden Gebiet berücksichtigt werden und eventuell zusätzliche Quellen zu nutzen (z.B. die Reiseinformation eines Nahverkehrsbetriebes im Ausland).

Unerkannte gefährliche Viertel in Amsterdam

Donnerstag, 19. Juni, 2008

Die Tageszeitung „Algemeen Dagblad“ vergleicht die Kriminalität in den niederländischen Gemeinden mit ihrem Misdaadmeter, wobei man auch näheres über die Verbreitung einzelner Delikte erfährt (näheres dazu in diesem Beitrag). Anläßlich des unlängst erschienenen Misdaadscore für das Jahr 2007 soll das Augenmerk auf eine besondere Gruppe von Vierteln in der Stadt Amsterdam gerichtet werden, welche bisher nicht als kriminell galten, aber es nach den Zahlen definitiv ist. Dieser Vergleich wurde möglich, weil man im neuen Misdaadmeter nicht nur die Fallzahlen von ganz Amsterdam oder den Stadtteilen einsehen kann, sondern auch in den einzelnen Stadtvierteln (das Jahrbuch der Stadt Amsterdam enthält eine geographische Übersicht; nähere Informationen stehen in der niederländischen Wikipedia).

Wenn man ein unsicheres Viertel in Amsterdam nennen soll, so fällt einen zuerst das Rotlichtviertel (gelegen im Viertel „Oude Zijde„) ein. Die Tatsache, daß es auch sonst als Vergnügungsviertel dient, dient als Indiz für eine höhere Kriminalität. In diesem Zusammenhang wird auch die „Nieuwe Zijde„, welche gegenüber der Damrak – der Straße, die vom Hauptbahnhof in die Stadtmitte führt – gelegen ist und ebenfalls zahlreiche Ausgangsmöglichkeiten wie das Bierlokal „In de Wildeman“ aufweist, genannt.

Eine andere Gruppe von Vierteln, welche in den Sinn kommen, sind die sogenannten sozialen Brennpunkte oder Problemviertel. In den Niederlanden wurde im März 2007 eine Liste von 40 Problemvierteln ausgewiesen, welche besondere Investitionen emfangen sollen. Eines dieser Problemviertel ist das Bijlmermeer, welches sich im Verlauf der Zeit zu einem Immigrantenviertel entwickelte. Dieses Viertel wird vor allem von den Leuten genannt, welche schon von Geburt an wußten, daß die Ausländer „das Problem“ sind.

Wenn man den Angaben des Misdaadmeters nachgeht, so stellt sich heraus, daß drei Viertel den Zahlen zufolge mindestens genauso unsicher bzw. deutlich gefährlicher sind. Bei diesen Vierteln handelt es sich um:

  • De Omval (2110 Einwohner): Eine Landzunge südlich der Station Amsterdam Amstel, welche u.a. mit dem Rembrandtturm das höchste Hochhaus von Amsterdam enthält.
  • Amstel III en Bullewijk (110 Einwohner): In diesem Viertel liegt unter anderem die Amsterdam ArenA und das größte Krankenhaus von Amsterdam, das Academisch Medisch Centrum (AMC).
  • Nieuwendammerham (130 Einwohner): Ein an der IJ gelegenes Industriegebiet im Stadtteil Amsterdam-Noord.
  • Westpoort (370 Einwohner): Stadtteil von Amsterdam, welches die westlichen Häfen umfaßt.
  • Buiksloterham (610 Einwohner): Ein westlich von Nieuwendammerham am der IJ gelegenes Industriegebiet von Amsterdam-Noord.

Betrachten wir nun die Kriminalitätsraten der für den Misdaadscore herangezogenen Delikte in den erwähnten Stadtteilen im Verhältnis zur gesamten Stadt Amsterdam.

Autodiebstahl
Stadtteil Vielfaches
Westpoort 42,2
Amstel III en Bullewijk 39,7
Nieuwendammerham 33,6
Buiksloterham 14,3
De Omval 11,5
Burgwallen – Oude Zijde 1,5
Burgwallen – Nieuwe Zijde 1,3
Bijlmer – Centrum D, F en H 1,0
Bijlmer – Oost E, G en K 1,0

Lesebeispiel: Im Stadtteil Westpoort ist die Rate für Autodiebstahl die 42,2-fache im Vergleich zur gesamten Stadt Amsterdam.

Bedrohung
Stadtteil Vielfaches
Amstel III en Bullewijk 99,7
Westpoort 20,6
Nieuwendammerham 33,6
Burgwallen – Nieuwe Zijde 6,6
Burgwallen – Oude Zijde 4,9
Buiksloterham 3,1
De Omval 2,5
Bijlmer – Centrum D, F en H 2,1
Bijlmer – Oost E, G en K 1,1
Mißhandlung
Stadtteil Vielfaches
Amstel III en Bullewijk 79,5
Westpoort 21,1
Burgwallen – Nieuwe Zijde 11,4
Burgwallen – Oude Zijde 9,0
Buiksloterham 7,2
Nieuwendammerham 3,6
De Omval 3,6
Bijlmer – Centrum D, F en H 1,9
Bijlmer – Oost E, G en K 1,2
Überfall
Stadtteil Vielfaches
Amstel III en Bullewijk 33,8
Westpoort 30,1
Nieuwendammerham 14,3
Burgwallen – Nieuwe Zijde 10,5
Buiksloterham 9,1
Burgwallen – Oude Zijde 5,5
Bijlmer – Centrum D, F en H 1,9
De Omval 1,8
Bijlmer – Oost E, G en K 0,8
Straßenraub
Stadtteil Vielfaches
Amstel III en Bullewijk 28,3
Burgwallen – Oude Zijde 23,3
Burgwallen – Nieuwe Zijde 16,7
Westpoort 14,7
Nieuwendammerham 6,0
Bijlmer – Oost E, G en K 2,0
Buiksloterham 1,9
Bijlmer – Centrum D, F en H 1,8
De Omval 1,7
Wohnungseinbruch
Stadtteil Vielfaches
Burgwallen – Oude Zijde 2,2
De Omval 1,9
Burgwallen – Nieuwe Zijde 1,8
Nieuwendammerham 1,7
Bijlmer – Centrum D, F en H 1,1
Bijlmer – Oost E, G en K 1,0
Amstel III en Bullewijk 0,0
Buiksloterham 0,0
Westpoort 0,0
Kraftfahrzeugeinbruch
Stadtteil Vielfaches
Amstel III en Bullewijk 131,6
Westpoort 27,7
Nieuwendammerham 12,8
Buiksloterham 5,7
De Omval 5,0
Burgwallen – Nieuwe Zijde 3,2
Burgwallen – Oude Zijde 2,0
Bijlmer – Oost E, G en K 0,7
Bijlmer – Centrum D, F en H 0,6
Diebstahl aus Box, Garage usw.
Stadtteil Vielfaches
Amstel III en Bullewijk 7,0
Nieuwendammerham 6,0
Buiksloterham 5,1
De Omval 2,6
Bijlmer – Centrum D, F en H 2,4
Westpoort 2,1
Bijlmer – Oost E, G en K 2,0
Burgwallen – Oude Zijde 0,6
Burgwallen – Nieuwe Zijde 0,2
Diebstahl von Moped oder Mofa
Stadtteil Vielfaches
Westpoort 18,4
Amstel III en Bullewijk 15,4
Burgwallen – Nieuwe Zijde 3,8
Buiksloterham 3,7
Burgwallen – Oude Zijde 2,3
De Omval 1,3
Bijlmer – Centrum D, F en H 0,7
Bijlmer – Oost E, G en K 0,3
Nieuwendammerham 0,0
Betrug
Stadtteil Vielfaches
Amstel III en Bullewijk 108,5
Westpoort 39,4
Burgwallen – Nieuwe Zijde 17,8
Burgwallen – Oude Zijde 6,3
Buiksloterham 5,1
Nieuwendammerham 3,4
De Omval 1,5
Bijlmer – Centrum D, F en H 1,1
Bijlmer – Oost E, G en K 1,0
Vandalismus gegen Autos
Stadtteil Vielfaches
Amstel III en Bullewijk 71,8
Westpoort 24,7
Nieuwendammerham 9,7
Buiksloterham 6,8
De Omval 4,6
Burgwallen – Oude Zijde 2,4
Burgwallen – Nieuwe Zijde 2,0
Bijlmer – Oost E, G en K 0,8
Bijlmer – Centrum D, F en H 0,8
Taschendiebstahl
Stadtteil Vielfaches
Amstel III en Bullewijk 92,0
Burgwallen – Nieuwe Zijde 55,1
Burgwallen – Oude Zijde 21,6
Westpoort 15,1
De Omval 1,2
Buiksloterham 0,9
Nieuwendammerham 0,8
Bijlmer – Centrum D, F en H 0,4
Bijlmer – Oost E, G en K 0,2

(Quellen: Algemeen Dagblad, CBS Statline)

Trotz ihrer geringen Einwohnerzahl weisen diese Stadtviertel teilweise dramatisch hohe Kriminalitätsraten auf.

Welche Gefahren stecken hinter diesen Mauern?

Amsterdam-Westpoort: Welche Gefahren stecken hinter diesen Mauern?

Der geneigte Leser mag den Eindruck gewinnen, daß die Zahlen nicht das aussagen, was sie auszusagen scheinen. In diesem Fall sollte er sich bewußt machen, daß das nichts schlechtes, sondern etwas gutes ist. Denn Resultate, welche nicht den Erwartungen entsprechen, sind der beste Weg zur Erlangung neuen Wissens.

Zum Schluß sollen noch die gemäß dem Misdaadscore sichersten Stadtviertel von Amsterdam vorgestellt werden (mit mindestens 4000 Einwohnern):

  1. Middelveldsche Akerpolder en Sloten (14950 Einwohner): Sloten ist ein Dorf an der Grenze zwischen Amsterdam und Haarlemmermeer.
  2. Rijnbuurt (8570 Einwohner): Ein Viertel im Stadtteil ZuiderAmstel.
  3. Gein (11980 Einwohner): Ein Viertel im Stadtgebiet Gaasperdam am Rand von Amsterdam-Zuidoost.

Heimvorteil im niederländischen Fußball

Dienstag, 6. Mai, 2008

Vor kurzem habe ich in einem Beitrag über eine Methode berichtet, um den Heimvorteil einer Fußballmannschaft während einer Saison zu berechnen (Details siehe dort). Der Heimvorteil einer Mannschaft ist definiert als die durchschnittliche Verbesserung der Tordifferenz pro Spiel zugunsten dieser Mannschaft, wenn sie auf ihrem eigenen Platz spielt. Die Berechnungsmethode habe ich auf die Mannschaften der 1. und 2. Bundesliga angewandt. Ein wesentlicher Aspekt bei der Analyse ist, daß die Resultate einer Saison wenig über den Heimvorteil einer bestimmten Mannschaft aussagen, sondern daß man dafür Mittelwerte über mehrere Jahre benötigt. Eine weitere Beobachtung, welche auch im zugrundelegenden Artikel gamcht wurde, war, daß die Entfernung eines Vereins zu den anderen Mannschaften einen wichtigen Einfluß auf den Heimvorteil einer Mannschaft hatte; je abgelegener eine Spielstätte war, desto besser waren die Heimergebnisse gegenüber den Auswärtsergebnissen.

Diese Methode habe ich jetzt nach Ablauf der Saison auf die Mannschaften der beiden höchsten niederländischen Spielklassen, der Eredivisie sowie der Eerste Divisie, angewandt. Die Analyse gewinnt einen besonderen Reiz durch den Umstand, daß über lange Jahre dieselben Mannschaften im bezahlten Fußball spielten, da aus der Eerste Divisie normalerweise (also sportlich) keine Mannschaften absteigen oder in sie aufsteigen. Zuletzt wurden 2003/04 der AGOVV Apeldoorn und 2005/06 der FC Omniworld aus Almere aufgenommen. Der KNVB plant für die Zukunft die Einrichtung einer Topklasse zwischen der Eerste Divisie und der Amateurklasse mit einer sportlichen Auf- und Abstiegsregelung. Diese Pläne werden jedoch frühestens 2009 in die Tat umgesetzt.

Durch die besonderen Gegebenheiten bin ich dazu übergegangen, für die Berechnung des Heimvorteils statt der letzten 10 Jahre die letzten 15 Jahre heranzuziehen. Daß die Saisonresultate auch in den Niederlanden stark schwanken, kann man an dem in den letzten Jahren erfolgreichsten Verein, dem PSV Eindhoven, sehen. Der Heimvorteil, welcher insgesamt zu der höheren im niederländischen Fußball gehört, wies eine der stärksten Varianzen auf:

Heimvorteil des
PSV Eindhoven
Saison Heimvorteil
1993/94 0,290
1994/95 1,397
1995/96 1,066
1996/97 1,978
1997/98 1,143
1998/99 1,515
1999/00 0,382
2000/01 – 0,228
2001/02 1,934
2002/03 – 0,257
2003/04 – 0,482
2004/05 – 0,195
2005/06 0,022
2006/07 1,070
2007/08 0,445

Der Heimvorteil des PSV schwankte in den letzten 15 Jahren somit zwischen -0,482 und +1,978. Im Durchschnitt ergibt das einen Heimvorteil von 0,672. Trotz der großen Varianz in den Spielzeiten ist dieser Mittelwert signifikant größer als Null.

Wie für den deutschen Fußball wurde nun für die anderen Mannschaften der ersten und zweiten Spielklasse der Heimvorteil berechnet. Dabei liegen für 36 Mannschaften Ergebnisse der letzten 15 Jahre vor. Der AGOVV Apeldorn spielt seit 5 Jahren im bezahlten Fußball mit. Der FC Omniworld ist erst seit 3 Jahren dabei, was für eine aussagefähige Schätzung nicht ausreicht:

Heimvorteil der Fußballvereine
der niederländischen Eredivisie und der Eerste Divisie
Spielzeiten 1993/94 bis 2007/08
Platz Verein Spielzeiten Heimvorteil
1. AGOVV Apeldoorn 5 1,216
2. Willem II Tilburg 15 0,910
3. FC Volendam 15 0,733
4. FC Groningen 15 0,689
5. FC Utrecht 15 0,685
6. PSV Eindhoven 15 0,672
7. MVV Maastricht 15 0,667
8. Go Ahead Eagles Deventer 15 0,646
9. Ajax Amsterdam 15 0,630
10. Sparta Rotterdam 15 0,629
11. Roda JC Kerkrade 15 0,622
12. RBC Roosendaal 15 0,570
13. ADO Den Haag 15 0,547
14. Feyenoord Rotterdam 15 0,535
15. De Graafschap Doetinchem 15 0,534
16. FC Eindhoven 15 0,504
17. FC Emmen 15 0,493
18. SC Heerenveen 15 0,489
19. FC Twente Enschede 15 0,476
20. Helmond Sport 15 0,469
21. FC Zwolle 15 0,463
22. TOP Oss 15 0,423
23. HFC Haarlem 15 0,419
24. RKC Waalwijk 15 0,383
25. Cambuur Leeuwarden 15 0,378
26. VVV Venlo 15 0,372
27. FC Dordrecht 15 0,370
28. AZ Alkmaar 15 0,367
29. Vitesse Arnhem 15 0,360
30. Heracles Almelo 15 0,342
31. FC Den Bosch 15 0,334
32. Excelsior Rotterdam 15 0,329
33. FC Omniworld (Almere) 3 0,299
34. NEC Nijmegen 15 0,291
35. Stormvogels Telstar (Velsen) 15 0,278
36. NAC Breda 15 0,203
37. BV Veendam 15 0,091
38. Fortuna Sittard 15 0,056

(kursiv: Manschaften mit weniger als 5 Spielzeiten)

(Quellen: Soccerway, RSSSF)

Neben dem AGOVV Apeldoorn, der allerdings erst seit 5 Jahren vertreten ist, erwiesen sich der FC Volendam und vor allem Willem II Tilburg als Vereine, welche über die Jahre einen hohen Heimvorteil aufwiesen. Am anderen Ende der Tabelle kann man Fortuna Sittard und der BV Veendam als Vereine mit geringem Heimvorteil bezeichnen. Den größten Heimvorteil in einer Saison verzeichnete der FC Emmen in der Saison 1993/94 mit einem Wert von 2,515. Den geringsten Heimvorteil in einer Saison wies der FC Eindhoven (nicht identisch mit dem PSV) in der Saison 2006/07 mit einem Wert von -1,658 auf.

Auch hier stellt sich die Frage, welche Faktoren über den Heimvorteil einer Mannschaft entscheiden. Bei Tilburg und Volendam (und zu einem gewissem Grade bei Apeldoorn) kann man von einem hohen Heimvorteil sprechen, welcher auf besondere Gegebenheiten dieser Vereine zurückzuführen sein dürfte. Das selbe kann man für die geringen Heimvorteile von Sittard und Veendam aussagen. Für die Masse der Vereine müssen allgemeine Schlußfolgerungen gezogen werden.

Für Deutschland und England gibt es Anzeichen, daß die Abgelegenheit einer Spielstätte über den Heimvorteil entscheidet. Für die Niederlande kann man so einen Zusammenhang ohne genauere Analyse nicht so einfach ziehen. So weist der hoch im Norden gelegene FC Groningen einen hohen Heimvorteil auf, der in ca. 50 km Entfernung spielende Emmen jedoch nicht. Ebenso hat der in der Randstad gelegene FC Utrecht einen hohen Heimvorteil auf, die in Südlimburg spielende Fortuna Sittard jedoch nicht. Es kann sein , daß die Entfernung in den Niederlanden keinen so großen Einfluß hat oder daß bei den „untypischen“ Vereinen besondere Faktoren vorliegen.

Der AGOVV Apeldoorn in den ersten 5 Jahren im bezahlten Fußball – auch gemessen an diesen wenigen Jahren – gute Heimergebnisse erzielt. Man könnte nun vermuten, daß die Tatsache, das es sich um einen Neuzugang handelt, eine Rolle spielt. Allerdings scheint sich dies für den FC Omniworld bisher nicht ausgezahlt zu haben. Das zeigt wiederum, daß man für eine Vermutung nicht nur Beispiele betrachten sollte, welche diese Vermutung belegen.

Der nächste Schritt wäre, wie bei den anderen untersuchten Ländern, den zeitlichen Verlauf des Heimvorteils der einzelnen Mannschaften daraufhin zu betrachten, ob sich dort etwas besonderes ereignet hat. Das können Trends, Änderungen im Niveau oder Jahre mit ungewöhnlichen Resultaten sein.

Die Analyse des niederländischen Fußballs hat mich dazu ermutigt, nach Abschluß der aktuellen Bundesligasaison den Zeitraum ebenfalls auf 15 Jahre auszuweiten.

Eine Theorie und der Versuch, sie zu beweisen

Dienstag, 22. April, 2008

Die Theorie: Die ehemalige niederländische Integrationsministerin Rita Verdonk ist schuld daran, daß die niederländische Fußball-Nationalmannschaft 2006 nicht Weltmeister wurde.

Der Beweis:

  1. Der von der Elfenbeinküste stammende Fußballspieler Salomon Kalou wollte die niederländische Staatsbürgerschaft erlangen, um bei der WM 2006 in Deutschland für die Niederlande spielen zu können.
  2. Für die übliche Einbürgerungsprozedur befand sich Kalou nicht lange genug in den Niederlanden.
  3. Eine beschleunigte Einbürgerung ist in den Niederlanden möglich, falls nationale Interessen dafür sprechen.
  4. Ministerin Verdonk sah diese nicht und verweigerte die Einbürgerung. Gegen eine positive Entscheidung eines Gerichtes legte sie Einspruch ein.
  5. Nach einem nicht bestandenen Einbürgerungstest erhielt Kalou die niederländische Staatsbürgerschaft nicht und kam somit nicht in die Nationalmannschaft.
  6. Bei der WM 2006 schieden die Niederlande im Achtelfinale gegen Portugal aus.

Somit ist die oben formulierte Theorie bewiesen.

Oder?

Vergißmeinnicht – die Postleitzahlen in den Niederlanden und Belgien (und dem Rest der Welt)

Mittwoch, 16. April, 2008

Aus den Suchanfragen, die zu meinem Blog führen, geht hervor, daß einige Leute auf der Suche nach Postleitzahlen in den Niederlanden sind. Aus diesem Grund gebe ich hier ein paar Links an, welche bei der Suche in den Niederlanden weiterhelfen dürften. Dazu Links zu den Postleitzahlen in Belgien und dem Rest der Welt.

Wer sich einen Überblick über die Postleitzahlen eines bestimmten Landes verschaffen möchte, der kann zum Wikipedia-Artikel über Postleitzahlen gehen. Von dort aus kann man zu mehreren Artikeln über internationale Postleitzahlsysteme gelangen. Wer dort zur jeweiligen Version der Landessprache geht, findet eine ausführlichere Beschreibung sowie eine Liste der Postleitzahlen oder ist nicht weit davon entfernt.

In der niederländischen Wikipedia kann man die Postleitzahlenliste der Niederlande finden. Wer zu einer bestimmten Adresse in den Niederlanden die Postleitzahl finden möchte oder zu einer Postleitzahl den Ort, der kann bei Postcode.nl in die Suchmaske den Ortnamen und die Straße bzw. die Postleitzahl (mit oder ohne Buchstaben – ohne Buchstaben werden alle untergeordneten Postleitzahlen ausgegeben) eingeben. Bei Eingabe des Ortsnamen alleine wird allerdings nur in Straßennamen gesucht, welche den eingegebenen Namen enthalten. Bei TNT Post, dem Nachfolger der staatlichen niederländischen Post, wird für die dortige Suchfunktion auf jeden Fall die Hausnummer benötigt sowie, falls einzugeben, die vollständige Postleitzahl.

Für Belgien gibt es in Wikipedia ebenfalls eine Liste der Postleitzahlen, sowohl auf Niederländisch als auch auf Französisch. Über die Webseite der belgischen Post gibt es ebenfalls eine Suchmöglichkeit.

Wer eine weltweite Übersicht haben möchte, der kann beim belgischen Internetverzeichnis 2link.be in der Übersicht über internationale Telefonbücher nachsehen. Dort gibt es zu den Ländern unter anderem auch weiterführende Links zu den jeweiligen Postleitzahlen (unter „postcodes“, „postal codes“, „postnummer“ oder ähnlichem).