Statistiker-Schelte 3 – Gore Verbinski schießt gegen die Schlipsträger

Mittwoch, 7. Mai, 2008

Im Februar 2008 fand in Las Vegas der D.I.C.E Summit 2008 statt, ein jährlicher Gipfel der Videospiel-Produzenten. Die Grundsatzrede wurde von Gore Verbinski, der vor allem als Regisseur der „Fluch der Karibik„-Trilogie bekannt ist. Die Videospiel-Umsetzungen bildeten auch die Basis für seine Rede.

Gore Verbinski zeigte sich enttäuscht von den Umsetzungen, welche allgemein mäßige Kritiken bekommen haben. In seinen Worten hat sein Team mit den Filmen „Werte aus Nichts“ erschaffen, und er mußte zusehen, wie die Hersteller „Nichts aus den Werte“ erschaffen haben. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte zeitgleich mit den Filmen eine umfangreiche Multiplayer-Online-Version auf dem Markt erscheinen sollen. Der Grund, daß dies nicht geschah, sah er darin, daß die Spiele unter einem Merchandise-Gesichtspunkt gerieten, wo sie denselben Stellenwert wie ein Poster oder eine Aufziehpuppe hatten.

Laut Verbinski liegt das Problem darin, daß die meisten Spiele sich zu ähnlich sehen, da sie nur besseren Versionen von der selben Sache darstellen (wieso kommt einem hier EA Sports in den Sinn?) und nicht mal die Oberfläche dessen ausgelotet hätten, was hinsichtlich des menschlichen Erlebens möglich ist. Er stellte klar, daß das Publikum überrascht werden will und forderte, daß die kreativen Kräfte freigesetzt werden.

In diesem Zusammenhang machte Verbinski einen Seitenhieb gegen die Statistiker, indem er feststellte, daß die Daten nicht der Bösewicht sind, sondern daß es der Statistiker ist, der nicht sehen kann, daß die Stichprobe zu schmal ist, um genaue Schlußfolgerungen zu ziehen.

An dieser Stelle sollte man klarstellen, daß es nicht der Statistiker ist, der dies übersieht, sondern Leute, welche sich Statistiker bzw. statistischer Methoden bedienen. Das Problem entsteht dadurch, daß die Statistik entweder dazu dienen soll, eine gewünschte Politik abzusichern, oder daß die Grenzen der statistischen Methoden nicht gesehen werden. Wenn man den zukünftigen Weg eines Unternehmens nur nach den bisherigen Erfahrungen ausrichtet, dann kommt das laut Myron Tribus dem Versuch gleich, Auto zu fahren, indem man dabei durch die Heckscheibe sieht. Das hat einer Stichprobenerhebung allerdings nicht viel zu tun, wie Verbinski vermutet hatte, sondern mit einer Auslassung von Innovation. Ein richtiger Statistiker ist sich dieses Umstandes bewußt.

Natürlich spricht nichts dagegen, wenn man untersucht, welche Faktoren für den bisherigen Erfolg verantwortlich waren, um dann zu versuchen, den Erfolg zu wiederholen. Solange das funktioniert, ist dagegen auch nichts einzuwenden. Vom „Fluch der Karibik“ wurden übrigens auch zwei Fortsetzungen gedreht. Der Film selbst basiert auf der gleichnamigen Attraktion in Disneyland. Das entscheidende aber ist, daß es vor dem Start des ersten Filmes Zweifel gab, ob er überhaupt Erfolg haben kann. Schließlich zeigte die Erfahrung, daß Piratenfilme in den letzten Jahren gewaltige Mißerfolge waren, trotz Anstrengungen von Regisseuren wie Renny Harlin oder Roman Polanski. Das der Film Erfolg hat, beweist, daß es sich auszahlen kann, auch mal ungewöhnliche Wege zu gehen.

Abschließend läßt sich zu Verbinskis Forderungen sagen, daß man zwar nicht immer nur unerprobte Wege beschreiten kann und es ohne Statistik und Analyse der bisherigen Erfahrungen nicht geht, aber daß sie als Richtung, welche es zukünftig einzuschlagen gilt, grundsätzlich berechtigt sind und die Rede somit als verdienstvoll einzustufen ist. Da läßt sich auch die Kritik an die Statistiker verzeihen.

Heimvorteil im niederländischen Fußball

Dienstag, 6. Mai, 2008

Vor kurzem habe ich in einem Beitrag über eine Methode berichtet, um den Heimvorteil einer Fußballmannschaft während einer Saison zu berechnen (Details siehe dort). Der Heimvorteil einer Mannschaft ist definiert als die durchschnittliche Verbesserung der Tordifferenz pro Spiel zugunsten dieser Mannschaft, wenn sie auf ihrem eigenen Platz spielt. Die Berechnungsmethode habe ich auf die Mannschaften der 1. und 2. Bundesliga angewandt. Ein wesentlicher Aspekt bei der Analyse ist, daß die Resultate einer Saison wenig über den Heimvorteil einer bestimmten Mannschaft aussagen, sondern daß man dafür Mittelwerte über mehrere Jahre benötigt. Eine weitere Beobachtung, welche auch im zugrundelegenden Artikel gamcht wurde, war, daß die Entfernung eines Vereins zu den anderen Mannschaften einen wichtigen Einfluß auf den Heimvorteil einer Mannschaft hatte; je abgelegener eine Spielstätte war, desto besser waren die Heimergebnisse gegenüber den Auswärtsergebnissen.

Diese Methode habe ich jetzt nach Ablauf der Saison auf die Mannschaften der beiden höchsten niederländischen Spielklassen, der Eredivisie sowie der Eerste Divisie, angewandt. Die Analyse gewinnt einen besonderen Reiz durch den Umstand, daß über lange Jahre dieselben Mannschaften im bezahlten Fußball spielten, da aus der Eerste Divisie normalerweise (also sportlich) keine Mannschaften absteigen oder in sie aufsteigen. Zuletzt wurden 2003/04 der AGOVV Apeldoorn und 2005/06 der FC Omniworld aus Almere aufgenommen. Der KNVB plant für die Zukunft die Einrichtung einer Topklasse zwischen der Eerste Divisie und der Amateurklasse mit einer sportlichen Auf- und Abstiegsregelung. Diese Pläne werden jedoch frühestens 2009 in die Tat umgesetzt.

Durch die besonderen Gegebenheiten bin ich dazu übergegangen, für die Berechnung des Heimvorteils statt der letzten 10 Jahre die letzten 15 Jahre heranzuziehen. Daß die Saisonresultate auch in den Niederlanden stark schwanken, kann man an dem in den letzten Jahren erfolgreichsten Verein, dem PSV Eindhoven, sehen. Der Heimvorteil, welcher insgesamt zu der höheren im niederländischen Fußball gehört, wies eine der stärksten Varianzen auf:

Heimvorteil des
PSV Eindhoven
Saison Heimvorteil
1993/94 0,290
1994/95 1,397
1995/96 1,066
1996/97 1,978
1997/98 1,143
1998/99 1,515
1999/00 0,382
2000/01 – 0,228
2001/02 1,934
2002/03 – 0,257
2003/04 – 0,482
2004/05 – 0,195
2005/06 0,022
2006/07 1,070
2007/08 0,445

Der Heimvorteil des PSV schwankte in den letzten 15 Jahren somit zwischen -0,482 und +1,978. Im Durchschnitt ergibt das einen Heimvorteil von 0,672. Trotz der großen Varianz in den Spielzeiten ist dieser Mittelwert signifikant größer als Null.

Wie für den deutschen Fußball wurde nun für die anderen Mannschaften der ersten und zweiten Spielklasse der Heimvorteil berechnet. Dabei liegen für 36 Mannschaften Ergebnisse der letzten 15 Jahre vor. Der AGOVV Apeldorn spielt seit 5 Jahren im bezahlten Fußball mit. Der FC Omniworld ist erst seit 3 Jahren dabei, was für eine aussagefähige Schätzung nicht ausreicht:

Heimvorteil der Fußballvereine
der niederländischen Eredivisie und der Eerste Divisie
Spielzeiten 1993/94 bis 2007/08
Platz Verein Spielzeiten Heimvorteil
1. AGOVV Apeldoorn 5 1,216
2. Willem II Tilburg 15 0,910
3. FC Volendam 15 0,733
4. FC Groningen 15 0,689
5. FC Utrecht 15 0,685
6. PSV Eindhoven 15 0,672
7. MVV Maastricht 15 0,667
8. Go Ahead Eagles Deventer 15 0,646
9. Ajax Amsterdam 15 0,630
10. Sparta Rotterdam 15 0,629
11. Roda JC Kerkrade 15 0,622
12. RBC Roosendaal 15 0,570
13. ADO Den Haag 15 0,547
14. Feyenoord Rotterdam 15 0,535
15. De Graafschap Doetinchem 15 0,534
16. FC Eindhoven 15 0,504
17. FC Emmen 15 0,493
18. SC Heerenveen 15 0,489
19. FC Twente Enschede 15 0,476
20. Helmond Sport 15 0,469
21. FC Zwolle 15 0,463
22. TOP Oss 15 0,423
23. HFC Haarlem 15 0,419
24. RKC Waalwijk 15 0,383
25. Cambuur Leeuwarden 15 0,378
26. VVV Venlo 15 0,372
27. FC Dordrecht 15 0,370
28. AZ Alkmaar 15 0,367
29. Vitesse Arnhem 15 0,360
30. Heracles Almelo 15 0,342
31. FC Den Bosch 15 0,334
32. Excelsior Rotterdam 15 0,329
33. FC Omniworld (Almere) 3 0,299
34. NEC Nijmegen 15 0,291
35. Stormvogels Telstar (Velsen) 15 0,278
36. NAC Breda 15 0,203
37. BV Veendam 15 0,091
38. Fortuna Sittard 15 0,056

(kursiv: Manschaften mit weniger als 5 Spielzeiten)

(Quellen: Soccerway, RSSSF)

Neben dem AGOVV Apeldoorn, der allerdings erst seit 5 Jahren vertreten ist, erwiesen sich der FC Volendam und vor allem Willem II Tilburg als Vereine, welche über die Jahre einen hohen Heimvorteil aufwiesen. Am anderen Ende der Tabelle kann man Fortuna Sittard und der BV Veendam als Vereine mit geringem Heimvorteil bezeichnen. Den größten Heimvorteil in einer Saison verzeichnete der FC Emmen in der Saison 1993/94 mit einem Wert von 2,515. Den geringsten Heimvorteil in einer Saison wies der FC Eindhoven (nicht identisch mit dem PSV) in der Saison 2006/07 mit einem Wert von -1,658 auf.

Auch hier stellt sich die Frage, welche Faktoren über den Heimvorteil einer Mannschaft entscheiden. Bei Tilburg und Volendam (und zu einem gewissem Grade bei Apeldoorn) kann man von einem hohen Heimvorteil sprechen, welcher auf besondere Gegebenheiten dieser Vereine zurückzuführen sein dürfte. Das selbe kann man für die geringen Heimvorteile von Sittard und Veendam aussagen. Für die Masse der Vereine müssen allgemeine Schlußfolgerungen gezogen werden.

Für Deutschland und England gibt es Anzeichen, daß die Abgelegenheit einer Spielstätte über den Heimvorteil entscheidet. Für die Niederlande kann man so einen Zusammenhang ohne genauere Analyse nicht so einfach ziehen. So weist der hoch im Norden gelegene FC Groningen einen hohen Heimvorteil auf, der in ca. 50 km Entfernung spielende Emmen jedoch nicht. Ebenso hat der in der Randstad gelegene FC Utrecht einen hohen Heimvorteil auf, die in Südlimburg spielende Fortuna Sittard jedoch nicht. Es kann sein , daß die Entfernung in den Niederlanden keinen so großen Einfluß hat oder daß bei den „untypischen“ Vereinen besondere Faktoren vorliegen.

Der AGOVV Apeldoorn in den ersten 5 Jahren im bezahlten Fußball – auch gemessen an diesen wenigen Jahren – gute Heimergebnisse erzielt. Man könnte nun vermuten, daß die Tatsache, das es sich um einen Neuzugang handelt, eine Rolle spielt. Allerdings scheint sich dies für den FC Omniworld bisher nicht ausgezahlt zu haben. Das zeigt wiederum, daß man für eine Vermutung nicht nur Beispiele betrachten sollte, welche diese Vermutung belegen.

Der nächste Schritt wäre, wie bei den anderen untersuchten Ländern, den zeitlichen Verlauf des Heimvorteils der einzelnen Mannschaften daraufhin zu betrachten, ob sich dort etwas besonderes ereignet hat. Das können Trends, Änderungen im Niveau oder Jahre mit ungewöhnlichen Resultaten sein.

Die Analyse des niederländischen Fußballs hat mich dazu ermutigt, nach Abschluß der aktuellen Bundesligasaison den Zeitraum ebenfalls auf 15 Jahre auszuweiten.

Kartografierte Kriminalität

Donnerstag, 24. Januar, 2008

Ein weiteres Beispiel für die Möglichkeiten des Internets ist die Misdaadkaart. Auf dieser Webseite werden die niederländischen Polizeiberichte ausgewertet und die Fälle auf einer Karte verzeichnet. Dabei werden die in den Berichten genannten Orte und Straßen zugrundegelegt. Der Besucher hat die Möglichkeit, nach Meldungen über bestimmte Delikte zu suchen und die Ergebnisse nach Ort bzw. Postleitzahl zu verfeinern. Da man davon ausgehen kann, daß die Berichtspraxis zumindest in einer Stadt konsistent ist, kann man sich auf diese Weise einen Überblick über die Sicherheit in einem bestimmten Gebiet verschaffen. Über ein auf der Karte verzeichnetes Delikt kann man auch die zugehörige Meldung aufrufen.

Der Erfolg der Webseite hat die Betreiber dazu ermutigt, das Prinzip auf weitere Projekte anzuwenden. Neben einer Karte für niederländische Lokalnachrichten wurde auch eine deutsche Variante der Misdaadkaart geschaffen. Auch in der Krimikarte werden Polizeiberichte ausgewertet und kann der Besucher nach Delikten in einer bestimmten Gegend suchen. Allerdings steckt diese Karte noch im Entwicklungsstadium. So fiel mir z.B. bei der Suche nach Polizeiberichten aus Aachen auf, daß in der Karte jeweils das Polizeipräsidium markiert wurde. Da das Konzept sehr unterstützenswert ist, schlage ich vor, an der Verbesserung der Krimikarte mitzuarbeiten. Ein Möglichkeit der Mitarbeit ist, die Meldungen durchzulesen und den Betreibern die richtigen Straßen mitzuteilen.

IENS – ein niederländischer Restaurantführer

Dienstag, 22. Januar, 2008

Wer essen gehen möchte und nicht weiß, wohin er gehen soll, der konsultiert einen Restaurantführer. Das Internet macht es möglich, daß die Suche auch online durchgeführt werden kann. So können im Guide Michelin oder im Gault Millau verzeichnete Restaurants aufgespürt werden. Allerdings sind dort nur eine begrenzte Anzahl von Restaurants verzeichnet.

In den Niederlanden gibt es mit IENS einen Restaurantführer, welcher durch die Meinungen und Beurteilungen der Restaurantbesucher zusammengestellt wird. Auf diese Weise kam ein Verzeichnis von 17.000 Restaurants zustande, über welche 70.000 Besucher ihre Meinung abgegeben haben. Besucher können an der Restaurantkritik teilnehmen, indem sie kurze Meinungen schreiben oder anhand eine Formulars eine Beurteilung abgeben, bei welchen Essen, Service und Dekor benotet werden. Auf der Webseite hat man die Möglichkeit, über den Ort und die Küche sowie eine Reihe weiterer Kriterien wie Zugänglichkeit oder Außengastronomie das passende Restaurant zu suchen. Durch die große Basis kann man sowohl Spitzenrestaurants als auch günstigere Formen wie Fast-Food-Restaurants, Eisdielen, Saftbars oder Pfannkuchenhäuser durchstöbern. Die Suchergebnisse können nach der Straße, dem Ort oder die Bewertung für das Essen sortiert werden.

Die bei IENS versammelten Kritiken liegen auch in Buchform vor. Zu jedem in den Büchern verzeichneten Restaurant gibt es Informationen und eine kurze Beschreibung, die sich aus den Berichten der Besucher ergibt.

Die große Breite an verzeichneten Restaurants führt manchmal zu überraschenden Ergebnissen. So erhielt das Beluga in Maastricht, welches zu den besten niederländischen Restaurants zählt, folgende Bewertungen:

  • Essen: 9.0
  • Service: 8.6
  • Dekor: 9.0

Die Eisdiele Lisone in Heerlen erhielt folgende Bewertungen:

  • Essen: 9.0
  • Service: 8.0
  • Dekor: 7.0

Das Essen des Spitzenrestaurants und der Eisdiele werden somit mit der gleichen Note bewertet. Das macht deutlich, daß man die Bewertungen im Zusammenhang mit der Küche und den Leistungen für die jeweiligen Kunden sehen muß. In einem ähnlichen Zusammenhang hat der amerikanische Filmkritiker Roger Ebert argumentiert, daß man, falls man einen Freund fragt, ob der Film Hellboy gut ist, nicht fragt, ober er verglichen mit Mystic River gut ist, sondern ob er verglichen mit The Punisher gut ist. Für unser Beispiel bedeutet das, daß man, falls man gepflegt in Südlimburg zu speisen wünscht, das Beluga in Erwägung ziehen kann. Möchte man Eis essen gehen und ist in der Nähe von Heerlen, kann man das Lisone aufsuchen. Wenn man davon absieht, daß über Restaurants wie das Beluga woanders eventuell mehr erfahren kann, hat der Besucher der IENS-Webseite die Möglichkeit, sich anhand der Kommentare der anderen Besucher ein Bild zu machen.

Cafés/Kneipen in den Niederlanden

Samstag, 19. Januar, 2008

In den Niederlanden stellen Cafés einen beliebten Treffpunkt dar (in diesem Fall werden auch Kneipen oder Bars zu den Cafés gezählt). Sie werden auch als „Wohnzimmer der Gesellschaft“ bezeichnet, welche sich durch Atmosphäre und Geselligkeit auszeichnen. Das typische Beispiel ist das „bruine café“. Das Braune bei diesem Café kommt durch jahrelanges Rauchen zustande (in der Gegenwart wird auch Farbe verwendet). Cafés sind in den südlichen Provinzen Nordbrabant und Limburg besonders verbreitet, aber auch im restlichen Land finden sich viele Orte, wo man einkehren kann.

Wer angesichts der großen Auswahl eine Referenz haben möchte, der kann die Café Top 100 konsultieren. Misset Horeca, eine Fachzeitschrift für das Hotel- und Gaststättengewerbe, begann 1994 mit einem Wettbewerb, um Kunden und Gewerbetreibende auf gute Cafés hinzuweisen. Dazu wurden jedes Jahr 10 Cafés aus einer Liste mit 40-50 Vorschlägen nominiert. Unter den Finalisten wurde das Café des Jahres ermittelt. Seit 2003 wird jährlich eine Liste der 100 besten Cafés veröffentlicht. Der Titel „Café van het Jaar“ geht an das erste Café auf der Liste. Über die Ergebnisse entscheidet jeweils eine Jury, welche die Cafés nach den folgenden Gesichtspunkten beurteilt:

  • Gastfreundschaft
  • Atmosphäre und Ausstrahlung
  • Hygiene
  • Umgang mit Produkten
  • Betreiber / Wirt

Die aktuelle Liste der 100 besten Cafés gibt es hier zu sehen. Um die Suche zu verfeinern, kann man auch eine bestimmte Provinz auswählen. Hinzu kommen erwähnenswerte Cafés, die es nicht ganz in die Top 100 geschaft haben. Ein Café, welches den Titel Café des Jahres errungen hat, wird für mindestens drei Jahre in die Ehrengallerie aufgenommen und in der Zeit aus der Rangliste genommen. Für jedes erwähnte Café kann man Informationen abrufen.

Diese Webseite dürfte für den beginnenden niederländischen Cafébesucher eine gute Ausgangsbasis darstellen, in der auch verschiedene Typen von Cafés enthalten sind. Die Urteile sind zwar subjektiv gefällt, aber man hat die Möglichkeit, diese bei einem Besuch zu überprüfen und eventuell neue Entdeckungen zu machen. Abschließend sollte man noch bedenken, daß es in den Niederlanden über 10.000 Cafés gibt.