Archive for Juli 2008

Die besten Schnellimbisse der Niederlande

Samstag, 26. Juli, 2008

Wie es der Name schon sagt, sind Schnellimbisse (nl. „cafetaria“) eine Möglichkeit, sich auf die Schnelle mit einer kleinen oder auch größeren Mahlzeit zu versorgen. Aus einem früheren Beitrag wissen wir, daß Schnellimbisse auch zu einem geregelten Zusammenleben beitragen können, sofern sie noch spät genug geöffnet haben. Daher ist es nicht verwunderlich, daß sie auch in den Niederlanden weit verbreitet sind.  Es sollte somit auch selbstverständlich sein, daß man sich darüber informieren kann, wo man sich ein gepflegtes Essen verschaffen kann. Dazu gibt es im Internet mehrere Möglichkeiten.

Da Schnellimbisse in einem normalen Restaurantführer nicht vorkommen, sind sie im Internet eher in Restaurantführern mit großer Basis wie z.B. Iens.nl oder Eet.nu zu finden, wo sie unter der Kategorie „Fast Food“ bzw. „Cafetaria“ und „Patates-frites“ verzeichnet sind. Allerdings sind diese Restaurantführer nicht auf Schnellimbisse spezialisiert, so daß diese dort nur eine Kategorie unter vielen darstellen.

Wer sich speziell für Fritten in den Niederlanden interessiert, der kann die Webseite Frietopia aufsuchen. Dort bewerten die Verbraucher die Frittenbuden des ganzen Landes, wie es auch die zugehörige Karte zeigt, auf welcher man nach den Buden eines Ortes suchen kann. Dabei wird zumindest für Maastricht deutlich, daß die besten Buden auch abseits der ausgetretenen Pfade liegen können. Die drei besten Buden eines Jahres erhalten einen Publikumspreis. Eine Rangliste aller getesteten Buden sowie eine Hall of Fame bzw. Hall of Shame runden die Seite ab.

Unter den Restaurants, deren Angebot sich um den Imbiß zwischendurch dreht, ermittelt das Fachblatt Snackkoerier jährlich die Cafetaria Top 100, eine Liste der 100 besten Schnellimbisse. Zur besseren Übersicht gibt es auch eine Karte, die heruntergeladen werden kann. Aus der geographischen Verteilung geht hervor, daß die meisten ausgezeichneten Schnellimbisse sich in der Provinz Südholland befinden. Bei Horeca Link gibt es einen Bericht, in welchem die Cafetaria Top 100 mit Links zu den ausgezeichneten Schnellimbissen sowie den vertretenen Ketten verzeichnet sind. Neben den Top 100 gibt es auch eine Liste der Betriebe, welche nicht ganz nach oben geschafft haben, sowie den Gründen dafür.

Der Erstplatzierte der Cafetaria Top 100 wird für drei Jahre in die Ehrengalerie aufgenommen, was auch bedeutet, daß er in dem Zeitraum nicht in den offiziellen Top 100 erscheint. Ein Schnellimbiß in der Ehrengallerie wird jedes Jahr überprüft, ob er dieser Auszeichnung noch würdig ist.

Neben den Top 100 werden auch Spezialpreise vergeben. Im letzten Jahr wurden drei Betriebe für ihre Leisungen in der Innovation, in der Gastfreundschaft sowie beim Eisverkauf ausgezeichnet.

Die am häufigsten vertretenen Ketten waren im letzten Jahr Kwalitaria, Vork, Verhage, Plaza und Snackpoint. Es fällt auf, daß die Ketten 2007 mit 65 Betrieben in den Top 100 vertreten sind, während es 2004 noch 45 Betriebe gewesen sind. Dies deutet darauf hin, daß die Ketten den Prestige der Top 100 erkennen und mehr Möglichkeiten besitzen, um einen Qualitätsstandard erreichen zu können.

Das auch die Schnellimbisse mehr Professionalität anstreben, geht auch aus der Liste der Do und Don´ts 2007 sowie der Patzer von 2006 hervor. Offensichtlich kann man auch dort Ordnung und Sauberkeit erwarten. Auch hier haben die Ketten mehr Möglichkeiten, um Punkte zu sammeln.

Die Cafetaria Top 100 von 2007 wurden in einem Festakt in den Brabanthallen von ’s-Hertogenbosch vorgestellt. Beim dem Anlaß wurden auch die Auszeichnungen überreicht. Von diesem Festakt gibt es neben einem Bildbericht auch erstmals einen Videobericht. Die Top 10 dieser Liste sind:

Top 10 der niederländischen Schnellimbisse 2007-2008
Platz Vorjahr Schnellimbiß Ort
1. 39. Eetplezier De Bestse Snackbar Best
2. 9. Vork Fastfood Stadshagen Zwolle
3. 4. Snackpoint Knoors Berg aan de Maas
4. 3. King Lao Lisse
5. koffie- en eetwinkel Daily-in Lochem
6. Verhage Plateau Spijkenisse
7. 53. Plaza De Tol Tiel
8. 6. Kwalitaria ´t Middelpunt Emmer-Compascuum
9. 44. Eet- en ijssalon Menzing Haaksbergen
10. Snackbar De Krom Spijkenisse

Die Spezialpreise des Jahres gingen an Eetplezier De Bestse Snackbar (Innovation), Plaza De Tol (Gastfreundschaft) sowie Eet- en ijssalon Menzing (Eisverkauf). Zur Ehrengalerie gehören die Schnellimbisse Eetpaleis ´t Vosje aus Rosmalen (Sieger 2004/05), Kwalitaria De Bik Bar aus Emmen (2005/06) sowie Verhage Kort Ambacht aus Zwijndrecht (2006/07).

Was ein dermaßen ausgezeichneter Schnellimbiß zu leisten vermag, davon kann sich der geneigte Leser anhand der Listen bei Gelegenheit selber ein Bild machen.

Verspätung an der S1

Dienstag, 22. Juli, 2008

Während meines Studiums an der Universität Dortmund fuhr ich von meiner Wohnung in der Nähe des Dortmunder Polizeipräsidiums aus grundsätzlich mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln zur Uni. Da ich meistens zum Campus Nord mußte, hatte ich zwei Möglichkeiten zur Auswahl. Entweder fuhr ich mit der Straßenbahn zur Haltestelle „An der Palmweide“ und von dort aus mit dem Bus weiter, oder ich fuhr zum Hauptbahnhof und stieg dort in die S-Bahn S1 um. Besonders die zweite Variante bescherte einem Erlebnisse, auf welche man lieber verzichten würde. Dazu gehörten:

  • Das Deutsche Turnfest von 1990 in Dortmund und Bochum, an welchem ca. 100.000 Menschem teilnahmen, welche die VRR weitgehend mit dem üblichen Zügen befördern wollte, vollgestopfte Züge, in welchem trotzdem eine ebensolche Anzahl Menschen versuchte, einzusteigen, inklusive.
  • Einen Beuys´schen Dreckfleck im Bahnhof Dortmund-Dorstfeld, welcher in den 10 Jahren, die ich in Dortmund verbrachte, dort bestehen blieb.
  • Die Tatsache, daß man Wolkenbrüche in der unterirdisch gelegenen S-Bahn-Haltestelle Campus Nord mitbekam, da das Wasser durch die Decke lief (ich spreche dabei nicht von einzelnen Tropfen, sondern von ganzen Rinnsälen, welche an der Deckenbeleuchtung vorbeiliefen).
  • Eine Hochzeit eines Studienkollegen, welche ich verpaßt habe, da die S-Bahn nach Dortmund erst 20 Minuten Verspätung hatte (also praktisch ausfiel) und der Zug, der nach diesen 20 Minuten fahrplanmäßig kommen sollte, sogar 40 Minuten Verspätung hatte, was man erst erfuhr, als man wieder in den Bahnhof ging.
  • Einen Zug von Bochum nach Dortmund, welcher unterwegs halten mußte, da die Oberleitung abgerissen war, und erstmal an einem der heißeren Tage liegen blieb, was irgendwann dazu führte, daß einige Fahrgäste trotz mehrfacher Warnung aus dem Zug ausstiegen.

Auch wenn der Zug oft pünktlich gefahren ist, so fragt man sich gerade als Statistiker, wie man solchen Pannen vorbeugen kann. Das bezieht sich nicht nur auf Pannen, von denen es heißt, daß man nichts dagegen machen kann, sondern auch auf alltägliche Verspätungen und andere Ärgernisse. Bekanntlich kann man Probleme erst dann beheben, wenn man sie als solche erkennt und bewertet.

Zu diesem Thema gibt es auf der Webseite Log Likelihood.com ein interessantes Projekt. Der Begriff Likelihood stammt aus der Statistik, daher vermute ich, daß zumindest einer der Macher mit dem Fachbereich Statistik der Uni zu tun hat. Schon früher habe ich bei einem Campus-Fest eine Präsentation über das Thema Verspätungen erlebt und dabei u.a. erfahren, daß die Bahn einen ausgefallenen  Zug nicht als verspätet ansieht. Beim „Projekt S1“ sollen die Probleme mit der S1 in einer 30- bis 40-minütigen Dokumentation verarbeitet werden, welche auch auf DVD erhältlich sein soll. Eigentlich hätte die DVD schon letztes Jahr rauskommen sollen, leider verzögert sich die Fertigstellung des Filmes, da die Macher auch andere Verpflichtungen haben, nicht in derselben Stadt leben und einer von ihnen auf eine DSL-Leitung warten muß (ein weiteres diskussionswürdiges Thema).

Bis es soweit ist, muß man sich mit dem Trailer begnügen, welcher bereits eine kleine Fangemeinde geschaffen hat:

  • NilsOle.net: „Das S-Bahn-Trauma im Ruhrgebiet: ‚Die S1 zerstört mein Leben'“ (Aufzählung der Probleme der S1 mit weiterführenden Links)

Schnellimbisse haben einen gesellschaftlichen Nutzen

Dienstag, 8. Juli, 2008

Der folgende Beitrag belegt, daß manche Ideen nicht durch gezieltes Suchen gefunden werden, sondern einem zufällig in den Schoß fallen, wenn man nach Material für ein anderes Thema sucht (in diesem Fall die besten niederländischen Schnellimbisse). Aus diesem Grund ist es ratsam, Fundstücke nicht von vorne herein links liegen zu lassen, sondern mit dem bisherigen Wissen zu verknüpfen.

Auf der Webseite des niederländischen Fachblattes für Hotel- und Gaststättengewerbe „Misset Horeca“ stieß ich auf einen Artikel, welcher die Überschrift „Mehr Aggression durch dichten Schnellimbiß“ trägt. Das Geheimnis dieser Überschrift liegt in einem Papier des Vlaardinger Ortsvereins der sozialistischen SP. Neben diversen Vorschlägen sprechen sich die Verfasser für längere Öffnungszeiten für Schnellimbisse aus. Grund dafür ist, daß Schnellimbisse unter der bestehenden Regelung nur eine halbe Stunde länger geöffnet haben als Discos und Cafés, welchen 2007 zugestanden wurde, eine halbe Stunde später zu schließen. Nach Ansicht der Verfasser reicht der Zeitraum von einer halben Stunde nicht aus, damit sich junge Leute nach einem Besuch bei letzteren noch etwas essen gehen können, was in Verbindung mit Alkohol und Langeweile zu Aggressionen und Vandalismus führe.

Diese Idee ist ein gutes Beispiel für die Entwicklung des Verständnisses für das System, welches ein Element von W. Edwards Demings „System des umfassenden Wissens“ ist. In diesem Fall wird das Augenmerk nicht allein auf das Verhalten der Jugend gerichtet, sondern auch auf Faktoren, welche dieses Verhalten beeinflussen, und auf Lösungen, welche aus der Betrachtung dieser Faktoren folgen.

Gegen Lösungen wie die im Papier vorgeschlagene gibt es Vorbehalte, besonders im Zusammenhang mit den dahinter liegenden Gedankengängen. Die Einwände laufen darauf hinaus, daß das einzige Problem das asoziale Verhalten der Jugend ist, und daß diese die Pflicht hat, sich unter allen Umständen anständig zu benehmen. Würde man mit derartigen Maßnahmen einräumen, daß das Verhalten der Jugend von äußeren Faktoren beeinflußt wird, so würde ihnen das die Verantwortung für ihre Taten nehmen. Dazu ist folgendes anzumerken:

  1. Wenn man Maßnahmen wie längere Öffnungszeiten für Schnellimbisse einführt, muß das nicht bedeuten, daß Vorfälle wie Aggression oder Vandalismus als weniger schlimm empfunden werden. Etwaige Übeltäter können genauso verfolgt werden.
  2. Maßnahmen wie längere Öffnungszeiten stellen auch ein Signal dar, daß die Bedürfnisse und Befindlichkeiten der Jugend ernst genommen werden und sie somit als Mitglied der Gesellschaft anerkannt werden.
  3. Wenn die Faktoren, welche zu Aggression oder Vandalismus beitragen, vermindert werden, bedeutet dies, daß eine konkrete Tat schlimmer ist, da davon auszugehen ist, daß sie weniger wahrscheinlich hätte geschehen dürfen.

Die Einführung längerer Öffnungszeiten ist letztendlich ein Beispiel für die Schaffung einer Win-Win-Situation.

Webseite für niederländische Sprache

Mittwoch, 2. Juli, 2008

Ein wichtiges Hilfsmittel, um mit einem fremden Land zurechtzukommen, ist der Umgang mit der dortigen Sprache. Aus diesem Grund schreibe ich diesen Beitrag über eine Webseite, die ich gerade gefunden habe und welche nach dem ersten Durchsehen in dieser Hinsicht weiterhelfen sollte (mir ist klar, daß es sich nicht um die einzige Seite im Netz handelt).

Die Webseite uitmuntend enthält nicht nur ein deutsch-niederländisches bzw. niederländisch-deutsches Online-Wörterbuch mit „391.806 Stichwörtern in 209.929 direkten Treffern, Redewendungen, Zusammensetzungen, Sprichwörtern, Beispielsätzen und Fachausdrücken“, sondern auch weitere nützliche Hilfsmittel wie

Unter den Extras befindet sich auch eine Linksammlung mit weiteren Links zur niederländischen Sprache, Zeitungen, Radios und weiteren nützlichen Informationen für Leute, welche sich ernsthaft mit den Niederlanden beschäftigen möchten. Nach einer ersten Durchsicht wage ich zu behaupten, daß die Seite für den Einstieg ins Niederländische in der Tat „uitmuntend“ ist.