Archive for Juni 2008

Vom Nutzen der Entschlossenheit

Freitag, 27. Juni, 2008

Während des amerikanischen Bürgerkrieges gelangte eine Armee der Unionsstreitkräfte an einen Fluß. Auf der Suche nach einer potentiellen Stelle zum Übersetzen äußerte der Kommandant, daß er wissen möchte, wie tief der Fluß ist. Ein Adjutant, welcher dies mitbekam, gallopierte geradewegs bis zur Flußmitte. Dort angekommen rief er: „So tief ist es, General!“

Bei dem Adjutanten handelte es sich um George Armstrong Custer. Mit seiner Tat hat er bewiesen, daß es sich lohnt, direkt etwas zu unternehmen, anstatt erst lang und breit Überlegungen anzustellen und am Ende nichts zu tun. Aus diesem Grund hat er dieses Vorgehen auch in seinem weiteren Leben praktiziert.

Heimvorteil im deutschen Fußball: Bilanz 1994-2008

Donnerstag, 26. Juni, 2008

achdem ich über eine Methode berichtet habe, um den Heimvorteil einer Fußballmannschaft während einer Saison zu berechnen, habe ich diese auf die Mannschaften der 1. und 2. Bundesliga angewandt und dabei, sofern das möglich war, die Mittelwerte über die Jahre 1998 bis 2007 berechnet, um den typischen Heimvorteil einer Mannschaft zu ermitteln. In einem weiteren Beitrag habe ich die Mannschaften der beiden höchsten niederländischen Spielklassen, der Eredivisie sowie der Eerste Divisie, untersucht. Da dort über lange Jahre dieselben Mannschaften im bezahlten Fußball spielten, bot sich die Gelegenheit, den Heimvorteil der Vereine für die letzten 15 Jahre zu berechnen, um eine bessere Schätzung für einen bestimmten Verein zu erhalten. Neben dem AGOVV Apeldoorn, der allerdings erst seit 5 Jahren vertreten ist, erwiesen sich der FC Volendam und vor allem Willem II Tilburg als Vereine, welche über die Jahre einen hohen Heimvorteil aufwiesen. Auf der anderen Seite konnte man Fortuna Sittard und der BV Veendam als Vereine mit geringem Heimvorteil bezeichnen. Die Bilanz der letzten 15 Jahre habe ich nun auch für die Vereine der 1. und 2. Bundesliga ermittelt.

Eine wichtige Erkenntnis aus den bisherigen Berechnungen ist, daß die Saisonresultate für einen Verein stark schwanken. Wie sich herausgestellt hat, wies der VfB Stuttgart auch über die letzten 15 Jahre gesehen eine der stärksten Varianzen auf:

Heimvorteil des
VfB Stuttgart
Saison Heimvorteil
1993/94 0,724
1994/95 1,529
1995/96 0,147
1996/97 0,585
1997/98 0,996
1998/99 1,070
1999/00 – 1,162
2000/01 1,125
2001/02 0,195
2002/03 0,621
2003/04 – 0,474
2004/05 1,007
2005/06 – 0,452
2006/07 0,408
2007/08 1,904

(Lesebeispiel: Während der Saison 2007/08 erzielte der VfB Stuttgart im Durchschnitt eine um 1,904 Tor bessere Tordifferenz als bei einem Auswärtsspiel)

Der Heimvorteil des VfB schwankte in den letzten 15 Jahren somit zwischen -1,162 und +1,904. Im Durchschnitt ergibt das einen Heimvorteil von 0,548. Trotz der großen Varianz in den Spielzeiten ist dieser Mittelwert signifikant größer als Null.

Wie zuvor wurde für die Mannschaften, welche im betrachteten Zeitraum in der 1. oder 2. Bundesliga spielten, der Heimvorteil berechnet und der Mittelwert über die letzten 15 Jahre gebildet. Eine halbwegs aussagefähige Schätzung kann man für einen Verein machen, wenn mindestens 5 Spielzeiten vorliegen (oft sind auch mehr nötig):

Heimvorteil der Fußballvereine
der 1. und 2. Bundesliga
Spielzeiten 1993/94 bis 2007/08
Platz Verein Spielzeiten Heimvorteil
1. 1. FC Schweinfurt 1 1,390
2. VfB Oldenburg 1 1,221
3. FSV Zwickau 4 1,098
4. VfB Leipzig 5 0,974
5. FC Gütersloh 3 0,949
6. SSV Reutlingen 3 0,934
7. Erzgebirge Aue 5 0,922
8. VfL Osnabrück 3 0,912
9. FC Homburg 2 0,875
10. SV Meppen 5 0,831
11. Alemannia Aachen 9 0,793
12. 1. FC Saarbrücken 6 0,789
13. Eintracht Braunschweig 3 0,757
14. Energie Cottbus 11 0,756
15. SpVgg Unterhaching 11 0,753
16. Waldhof Mannheim 8 0,729
17. Chemnitzer FC 5 0,727
18. SG Wattenscheid 09 5 0,724
19. VfL Wolfsburg 15 0,707
20. Borussia Mönchengladbach 15 0,699
21. Dynamo Dresden 4 0,661
22. 1. FC Kaiserslautern 15 0,642
23. VfB Lübeck 4 0,578
24. Rot-Weiß Erfurt 1 0,577
25. FSV Mainz 05 15 0,570
26. SC Paderborn 3 0,569
27. Arminia Bielefeld 13 0,565
28. VfB Stuttgart 15 0,548
29. FC St. Pauli 11 0,548
30. SC Freiburg 15 0,540
31. Hertha BSC 15 0,521
32. Hansa Rostock 15 0,520
33. Borussia Dortmund 15 0,519
34. Hamburger SV 15 0,515
35. FC Bayern München 15 0,498
36. SSV Ulm 1846 3 0,493
37. VfL Bochum 15 0,465
38. Karlsruher SC 14 0,452
39. Eintracht Frankfurt 15 0,448
40. FC Augsburg 2 0,447
41. 1. FC Köln 15 0,436
42. 1. FC Nürnberg 14 0,415
43. FC Schalke 04 15 0,411
44. Bayer Leverkusen 15 0,394
45. SpVgg Greuther Fürth 11 0,393
46. Fortuna Köln 7 0,368
47. Union Berlin 3 0,362
48. Hannover 96 13 0,359
49. Kickers Offenbach 4 0,342
50. Eintracht Trier 3 0,341
51. 1860 München 15 0,328
52. Rot-Weiß Oberhausen 7 0,325
53. Sportfreunde Siegen 1 0,313
54. FSV Frankfurt 1 0,309
55. Rot-Weiß Ahlen 6 0,305
56. TSG Hoffenheim 1 0,301
57. TuS Koblenz 2 0,290
58. Werder Bremen 15 0,290
59. Rot-Weiß Essen 4 0,239
60. FC Carl Zeiss Jena 6 0,227
61. MSV Duisburg 15 0,180
62. SV Wehen Wiesbaden 1 0,176
63. Stuttgarter Kickers 6 0,149
64. KFC Uerdingen 05 6 0,130
65. Fortuna Düsseldorf 5 0,096
66. Wacker Burghausen 5 0,060
67. Wuppertaler SV 1 0,038
68. TeBe Berlin 3 – 0,108
69. Jahn Regensburg 1 – 0,110
70. SV Babelsberg 1 – 0,673

(kursiv: Manschaften mit weniger als 5 Spielzeiten)

(Quellen: Soccerway)

Zu den Vereinen mit einem hohen Heimvorteil über mehrere Spielzeiten zählen laut der Tabelle Alemannia Aachen, Energie Cottbus und die SpVgg Unterhaching. Als Vereine mit geringem Heimvorteil lassen sich der MSV Duisburg und Werder Bremen einstufen. Den größten Heimvorteil in einer Saison verzeichnete die Borussia Mönchengladbach in der Saison 2002/03 mit einem Wert von 2,121. Den geringsten Heimvorteil in einer Saison wies der VfB Stuttgart in der Saison 1999/00 mit einem Wert von -1,162 auf.

Die Theorie, daß die Heimvorteil eines Vereins mit der Entfernung zu den anderen Vereinen steigt, scheint sich auch bei dieser Untersuchung zu bestätigen. In diesem Zusammenhang ist auch der SV Meppen zu erwähnen, welcher im Emsland beheimatet ist und 11 Jahre hintereinander in der 2. Bundesliga spielte, so daß ein Abstieg aus der 1. Bundesliga mit der Aussicht verbunden wurde, in Meppen zu spielen. In dieser Untersuchung ist Meppen nur mit 5 Spielzeiten vertreten, kam aber in diesem Zeitraum auf einen durchschnittlichen Heimvorteil von 0,831, was auch statistisch gesehen einen signifikanten Wert darstellt, da der Heimvorteil in den einzelnen Spielzeiten relativ konstant gewesen ist.

Ab der Saison 2008/09 spielen 20 Vereine in der neugegründeten 3. Liga. Also besteht künftig auch die Möglichkeit, auch dort die Heimvorteile der Vereine zu berechnen und für die Schätzung eines langjährigen Heinvorteils zu berücksichtigen.

Unterwegs mit Bus und Bahn in den Niederlanden und in Belgien

Dienstag, 24. Juni, 2008

Da gerade in den Niederlanden ein längerer Streik der Busfahrer zu Ende gegangen ist, sehe ich den Zeitpunkt für günstig an, Informationsmöglichkeiten über die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel in den Niederlanden und in Belgien vorzustellen.

Ein Vorteil in diesen Ländern ist, daß man bei Reisen durch das Land nicht unbedingt auf die Bahn angewiesen ist, sondern die Strecken auch ohne sie zurücklegen kann. Während es nicht möglich ist, per Bus von Aachen nach das ca. 75 km entfernte Köln zu fahren, ist es in den Niederlanden theoretisch möglich, von Maastricht nach Amsterdam zu fahren, ohne die Bahn zu benutzen (wer es ausprobieren möchte, der kann Samstag morgen um 8 Uhr 15 am Maastrichter Hauptbahnhof in die Buslinie 17 Richtung Sittard einsteigen und bis zum Bahnhof Bunde fahren – dann noch 10 Mal umsteigen und man ist nach 9 1/2 Stunden am Amsterdammer Hauptbahnhof). Um bestimmte Ziele erreichen zu können, braucht man wie gesagt Informationen, welche über das Internet zugänglich sind.

Wer in Deutschland unterwegs ist, der kann die Reiseauskunft der Bahn benutzen. Dort werden neben den in- und ausländischen Bahnlinien auch die deutschen Nahverkehrsverbünde berücksichtigt. Außerdem kann man nachsehen, ob es auf der Bahnfahrt eventuelle Behinderungen gibt.

Bei der Reiseauskunft der niederländischen Eisenbahn können nicht nur Bahnhöfe eingegeben werden, sondern auch genauere Ziele wie:

  • Adresse
  • Postleitzahl
  • Sehenswürdigkeit
  • Kongresszentrum
  • Krematorium
  • Tiergarten
  • Flughafen
  • Museum
  • Theater
  • Universität
  • Krankenhaus

Speziell bei der Routenberechnung zu einer bestimmten Adresse kann es sich lohnen, auch die Postleitzahl auszuprobieren und die Ergebnisse zu vergleichen.

Für die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel in den Niederlanden ist die Reiseplanung von 9292 geeignet. Neben Bahnstation und Adressen können für die Planung auch hier weitere Punkte eingegeben werden:

  • Postleitzahl
  • Sehenswürdigkeit
  • Friedhof / Krematorium
  • Ortsmitte
  • Kongress- / Börsengebäude
  • Museum
  • Stadion
  • Strand
  • Theater / Konzertsaal
  • Universität / Hochschule
  • Flugplatz / Fährhafen
  • Einkaufszentrum
  • Krankenhaus
  • Betreuungszentrum

Bei der ausführlichen Reiseplanung („OV uitgebreid“) kann man auch die gewünschten Beförderungsmittel, Zwischenstationen und Haltestellen aussuchen. Nach der Ausgabe der Reiseroute erhält man auch die Abfahrtszeiten an den einzelnen Haltestellen sowie eine ausführliche Erläuterung der in Frage kommenden Tarife. Bei der Planung werden auch Zugfahrten in das Ausland berücksichtigt und können somit einige Orte in den Nachbarländern angegeben werden. Im Zweifel klärt man diesen Teil der Reise mit der Reiseauskunft einer Eisenbahn.

Bei der belgischen Eisenbahn (In Flandern NMBS, in Wallonien SNBC) kann man auf nationaler Ebene eine Reiseplanung von Tür zu Tür durchführen. Dabei werden auch Nahverkehrsverbindungen ins Ausland berücksichtigt, sofern sie durch belgische Gesellschaften betrieben werden.

In Flandern wird der öffentliche Stadt- und Regionalverkehr durch die Gesellschaft De Lijn betrieben. Die Reiseplanung ermöglicht die Eingabe von Haltestellen und Stationen sowie von Adressen und markanten Punkten. Wenn man die genaue Bezeichnung nicht weiß, so kann man auch einen Teil davon eingeben und mit der Suchoption nach einem passenden Namen suchen. Dabei werden auch Ziele außerhalb Flanderns berücksichtigt, sofern sie von De Lijn angefahren werden.

In Wallonien wird der ÖPNV durch die TEC betrieben. Die Reiseinformation auf der Seite läßt Eingaben von Haltestellen, Adressen sowie öffentlichen Orten zu. Sind die Angaben nicht vollständig, so können die fehlenden Angaben aus einer Liste ausgewählt werden. Auf dieser Webseite sind Planungen für Fahrten innerhalb ganz Belgiens möglich, jedoch nicht ins Ausland. Das gilt auch für Linien der TEC, welche ausländische Haltestellen haben, z.B. die Linie 396 mit Endstation in Vaals.

Abschließend läßt sich sagen, daß es ausreichend Möglichkeiten gibt, sich über Fahrten mit Bus und Bahn in den Niederlanden und in Belgien zu informieren. Das größte Problem sind Fahrten im Rahmen des „kleinen Grenzverkehrs“. Solange es keine europaweite Reiseplanung von Tür zu Tür gibt, empfiehlt es sich, zu überprüfen, ob bei der verwendeten Reiseinformation wirklich alle Fahrtmöglichkeiten im betreffenden Gebiet berücksichtigt werden und eventuell zusätzliche Quellen zu nutzen (z.B. die Reiseinformation eines Nahverkehrsbetriebes im Ausland).

Unerkannte gefährliche Viertel in Amsterdam

Donnerstag, 19. Juni, 2008

Die Tageszeitung „Algemeen Dagblad“ vergleicht die Kriminalität in den niederländischen Gemeinden mit ihrem Misdaadmeter, wobei man auch näheres über die Verbreitung einzelner Delikte erfährt (näheres dazu in diesem Beitrag). Anläßlich des unlängst erschienenen Misdaadscore für das Jahr 2007 soll das Augenmerk auf eine besondere Gruppe von Vierteln in der Stadt Amsterdam gerichtet werden, welche bisher nicht als kriminell galten, aber es nach den Zahlen definitiv ist. Dieser Vergleich wurde möglich, weil man im neuen Misdaadmeter nicht nur die Fallzahlen von ganz Amsterdam oder den Stadtteilen einsehen kann, sondern auch in den einzelnen Stadtvierteln (das Jahrbuch der Stadt Amsterdam enthält eine geographische Übersicht; nähere Informationen stehen in der niederländischen Wikipedia).

Wenn man ein unsicheres Viertel in Amsterdam nennen soll, so fällt einen zuerst das Rotlichtviertel (gelegen im Viertel „Oude Zijde„) ein. Die Tatsache, daß es auch sonst als Vergnügungsviertel dient, dient als Indiz für eine höhere Kriminalität. In diesem Zusammenhang wird auch die „Nieuwe Zijde„, welche gegenüber der Damrak – der Straße, die vom Hauptbahnhof in die Stadtmitte führt – gelegen ist und ebenfalls zahlreiche Ausgangsmöglichkeiten wie das Bierlokal „In de Wildeman“ aufweist, genannt.

Eine andere Gruppe von Vierteln, welche in den Sinn kommen, sind die sogenannten sozialen Brennpunkte oder Problemviertel. In den Niederlanden wurde im März 2007 eine Liste von 40 Problemvierteln ausgewiesen, welche besondere Investitionen emfangen sollen. Eines dieser Problemviertel ist das Bijlmermeer, welches sich im Verlauf der Zeit zu einem Immigrantenviertel entwickelte. Dieses Viertel wird vor allem von den Leuten genannt, welche schon von Geburt an wußten, daß die Ausländer „das Problem“ sind.

Wenn man den Angaben des Misdaadmeters nachgeht, so stellt sich heraus, daß drei Viertel den Zahlen zufolge mindestens genauso unsicher bzw. deutlich gefährlicher sind. Bei diesen Vierteln handelt es sich um:

  • De Omval (2110 Einwohner): Eine Landzunge südlich der Station Amsterdam Amstel, welche u.a. mit dem Rembrandtturm das höchste Hochhaus von Amsterdam enthält.
  • Amstel III en Bullewijk (110 Einwohner): In diesem Viertel liegt unter anderem die Amsterdam ArenA und das größte Krankenhaus von Amsterdam, das Academisch Medisch Centrum (AMC).
  • Nieuwendammerham (130 Einwohner): Ein an der IJ gelegenes Industriegebiet im Stadtteil Amsterdam-Noord.
  • Westpoort (370 Einwohner): Stadtteil von Amsterdam, welches die westlichen Häfen umfaßt.
  • Buiksloterham (610 Einwohner): Ein westlich von Nieuwendammerham am der IJ gelegenes Industriegebiet von Amsterdam-Noord.

Betrachten wir nun die Kriminalitätsraten der für den Misdaadscore herangezogenen Delikte in den erwähnten Stadtteilen im Verhältnis zur gesamten Stadt Amsterdam.

Autodiebstahl
Stadtteil Vielfaches
Westpoort 42,2
Amstel III en Bullewijk 39,7
Nieuwendammerham 33,6
Buiksloterham 14,3
De Omval 11,5
Burgwallen – Oude Zijde 1,5
Burgwallen – Nieuwe Zijde 1,3
Bijlmer – Centrum D, F en H 1,0
Bijlmer – Oost E, G en K 1,0

Lesebeispiel: Im Stadtteil Westpoort ist die Rate für Autodiebstahl die 42,2-fache im Vergleich zur gesamten Stadt Amsterdam.

Bedrohung
Stadtteil Vielfaches
Amstel III en Bullewijk 99,7
Westpoort 20,6
Nieuwendammerham 33,6
Burgwallen – Nieuwe Zijde 6,6
Burgwallen – Oude Zijde 4,9
Buiksloterham 3,1
De Omval 2,5
Bijlmer – Centrum D, F en H 2,1
Bijlmer – Oost E, G en K 1,1
Mißhandlung
Stadtteil Vielfaches
Amstel III en Bullewijk 79,5
Westpoort 21,1
Burgwallen – Nieuwe Zijde 11,4
Burgwallen – Oude Zijde 9,0
Buiksloterham 7,2
Nieuwendammerham 3,6
De Omval 3,6
Bijlmer – Centrum D, F en H 1,9
Bijlmer – Oost E, G en K 1,2
Überfall
Stadtteil Vielfaches
Amstel III en Bullewijk 33,8
Westpoort 30,1
Nieuwendammerham 14,3
Burgwallen – Nieuwe Zijde 10,5
Buiksloterham 9,1
Burgwallen – Oude Zijde 5,5
Bijlmer – Centrum D, F en H 1,9
De Omval 1,8
Bijlmer – Oost E, G en K 0,8
Straßenraub
Stadtteil Vielfaches
Amstel III en Bullewijk 28,3
Burgwallen – Oude Zijde 23,3
Burgwallen – Nieuwe Zijde 16,7
Westpoort 14,7
Nieuwendammerham 6,0
Bijlmer – Oost E, G en K 2,0
Buiksloterham 1,9
Bijlmer – Centrum D, F en H 1,8
De Omval 1,7
Wohnungseinbruch
Stadtteil Vielfaches
Burgwallen – Oude Zijde 2,2
De Omval 1,9
Burgwallen – Nieuwe Zijde 1,8
Nieuwendammerham 1,7
Bijlmer – Centrum D, F en H 1,1
Bijlmer – Oost E, G en K 1,0
Amstel III en Bullewijk 0,0
Buiksloterham 0,0
Westpoort 0,0
Kraftfahrzeugeinbruch
Stadtteil Vielfaches
Amstel III en Bullewijk 131,6
Westpoort 27,7
Nieuwendammerham 12,8
Buiksloterham 5,7
De Omval 5,0
Burgwallen – Nieuwe Zijde 3,2
Burgwallen – Oude Zijde 2,0
Bijlmer – Oost E, G en K 0,7
Bijlmer – Centrum D, F en H 0,6
Diebstahl aus Box, Garage usw.
Stadtteil Vielfaches
Amstel III en Bullewijk 7,0
Nieuwendammerham 6,0
Buiksloterham 5,1
De Omval 2,6
Bijlmer – Centrum D, F en H 2,4
Westpoort 2,1
Bijlmer – Oost E, G en K 2,0
Burgwallen – Oude Zijde 0,6
Burgwallen – Nieuwe Zijde 0,2
Diebstahl von Moped oder Mofa
Stadtteil Vielfaches
Westpoort 18,4
Amstel III en Bullewijk 15,4
Burgwallen – Nieuwe Zijde 3,8
Buiksloterham 3,7
Burgwallen – Oude Zijde 2,3
De Omval 1,3
Bijlmer – Centrum D, F en H 0,7
Bijlmer – Oost E, G en K 0,3
Nieuwendammerham 0,0
Betrug
Stadtteil Vielfaches
Amstel III en Bullewijk 108,5
Westpoort 39,4
Burgwallen – Nieuwe Zijde 17,8
Burgwallen – Oude Zijde 6,3
Buiksloterham 5,1
Nieuwendammerham 3,4
De Omval 1,5
Bijlmer – Centrum D, F en H 1,1
Bijlmer – Oost E, G en K 1,0
Vandalismus gegen Autos
Stadtteil Vielfaches
Amstel III en Bullewijk 71,8
Westpoort 24,7
Nieuwendammerham 9,7
Buiksloterham 6,8
De Omval 4,6
Burgwallen – Oude Zijde 2,4
Burgwallen – Nieuwe Zijde 2,0
Bijlmer – Oost E, G en K 0,8
Bijlmer – Centrum D, F en H 0,8
Taschendiebstahl
Stadtteil Vielfaches
Amstel III en Bullewijk 92,0
Burgwallen – Nieuwe Zijde 55,1
Burgwallen – Oude Zijde 21,6
Westpoort 15,1
De Omval 1,2
Buiksloterham 0,9
Nieuwendammerham 0,8
Bijlmer – Centrum D, F en H 0,4
Bijlmer – Oost E, G en K 0,2

(Quellen: Algemeen Dagblad, CBS Statline)

Trotz ihrer geringen Einwohnerzahl weisen diese Stadtviertel teilweise dramatisch hohe Kriminalitätsraten auf.

Welche Gefahren stecken hinter diesen Mauern?

Amsterdam-Westpoort: Welche Gefahren stecken hinter diesen Mauern?

Der geneigte Leser mag den Eindruck gewinnen, daß die Zahlen nicht das aussagen, was sie auszusagen scheinen. In diesem Fall sollte er sich bewußt machen, daß das nichts schlechtes, sondern etwas gutes ist. Denn Resultate, welche nicht den Erwartungen entsprechen, sind der beste Weg zur Erlangung neuen Wissens.

Zum Schluß sollen noch die gemäß dem Misdaadscore sichersten Stadtviertel von Amsterdam vorgestellt werden (mit mindestens 4000 Einwohnern):

  1. Middelveldsche Akerpolder en Sloten (14950 Einwohner): Sloten ist ein Dorf an der Grenze zwischen Amsterdam und Haarlemmermeer.
  2. Rijnbuurt (8570 Einwohner): Ein Viertel im Stadtteil ZuiderAmstel.
  3. Gein (11980 Einwohner): Ein Viertel im Stadtgebiet Gaasperdam am Rand von Amsterdam-Zuidoost.

Warum kommt der nächste Bus so spät?

Donnerstag, 12. Juni, 2008

Der geneigte Leser hat es vielleicht schon selber erlebt: Man kommt an eine Bushaltestelle und sieht nur die Rücklichter von seinem Bus, weil dieser extrem pünktlich abfährt (zuweilen sogar Minuten vor der eigentlichen Abfahrtszeit). Wenn man dann auf den nächsten Bus wartet, so hat dieser für gewöhnlich Verspätung. Wenn man sich bewußt wird, daß man den ersten Bus locker erreicht hätte, wäre dieser so spät abgefahren wäre, und daß man neben dem verpaßten Bus auch noch die Verspätung des nächsten Busses über sich ergehen lassen muß, vermutet man schnell, daß irgendwelche bösen Mächte am Werk sind. Wie bei vielen Verschwörungstheorien ist die Wahrheit nichts besonderes; in diesem Fall liegt ein einfaches statistisches Phänomen vor.

Um das Geheimnis zu erklären, sind nur ein paar einfache Annahmen notwendig. Die Wirklichkeit ist zwar komplizierter, aber auf diese Weise erhält man einen besseren Einblick:

  • Angenommen, es gibt für die angestrebte Fahrt zwei Busse, Bus A und Bus B. Bus B fährt direkt nach Bus A.
  • Die allgemeinen Bedingungen, welche sich auf die Fahrtzeit eines Busses (und somit auf eventuelle Verspätungen) auswirken, sind für beide Busse gleich.
  • Die Fahrt von Bus A hat keine Auswirkungen auf die Fahrt von Bus B. Diese Annahme ist notwendig, um für die Überlegungen die Anwesenheit von „bösen Mächten“ auszuschließen.

Wenn sich z.B. Bus A und Bus B im Schnitt jeweils mit 5 Minuten Verspätung abfahren, so bedeutet das nicht, daß beide Busse dann immer exakt 5 Minuten zu spät abfahren, sondern sie haben mal mehr und mal weniger Verspätung (und können u.U. sogar pünktlich sein!). Diese Variation gehört zu den Busfahrten und ist das Ergebnis der Rahmenbedingungen. Man kann zwar nicht vorhersagen, wann ein bestimmter Bus fährt, aber wann auf lange Sicht die Busse insgesamt fahren.

Was passiert also, wenn man Bus A verpaßt, weil dieser pünktlich abfuhr (also mit 0 Minuten Verspätung)? Weil die Pünktlichkeit von Bus A keinen Einfluß auf Bus B hat, fährt dieser genauso wie sonst. Da Bus B im Schnitt mit 5 Minuten Verspätung abfährt, macht er das auch, wenn Bus A pünktlich war. Also muß man in diesem Fall auf Bus B länger warten.

Das statistische Phänomen, welches dahinter steckt, ist die Regression zur Mitte. In diesem Fall werden die extremen Fahrten von Bus A (extrem pünktlich bzw. extrem spät) durch den Zufall bestimmt. Die Fahrten von Bus B, welche mit den extrem pünktlichen Fahrten von Bus A verglichen werden, bilden einen Durchschnitt, in welchem sich das Zufallselement herausrechnet. Somit rückt ein Durchschnittswert für Bus B gemessen an den extremen Fahrten von Bus A zum allgemeinen Durchschnitt der Fahrten von Bus B.

Dies ist wieder ein Fall, wo durch die Anwendung statistischen Wissen Klarheit geschaffen wird. Diese Erkenntnis kann selbstverständlich auch auf ähnlich gelagerte Fälle angewandt werden.

Umgang mit Problemen der Mitarbeiter

Mittwoch, 11. Juni, 2008

In einem Beitrag der Lean Six Sigma Academy wird eine Umfrage unter Arbeitnehmern erwähnt. Die näheren Einzelheiten der Umfrage sind nicht bekannt, aber dem Schaubild zufolge ist anzunehmen, daß die Mitarbeiter danach gefragt wurden, welches das größte Hindernis bei der Erfüllung ihrer Aufgaben ist. 39 % der Befragten gaben an, daß das größte Hindernis zuviel Arbeit ist, welche sie in der gegebenen Zeit nicht erledigen können. Die Frage ist, was man mit diesem Ergebnis anfangen soll.

Eine populärer Ansatz lautet, daß das Problem der nicht rechtzeitig ausgeführten Arbeit auf die mangelnde Leistung der Mitarbeiter zurückzuführen ist. Der Grund für die mangelnde Leistung der Mitarbeiter ist deren schlechte Einstellung. Im Beitrag wird eine andere Denkweise präsentiert.

Das am zweithäufigsten von den Mitarbeitern genannte Hindernis waren unklare Aufgabenstellungen. Der Verfasser des Beitrages kommt zu dem Schluß, daß somit ein Fall von Muri (jap. Begriff für Überlastung der Ressourcen) vorliegt. Nach seiner Auffassung können einfache Formen der Standardisierung Klarheit bei den Aufgaben schaffen und somit die Belastung der Arbeitnehmer verringern.

Der Vorschlag des Verfassers stößt nicht auf ungeteilte Zustimmung. In den Kommentaren wendet ein Leser ein, daß die Angaben der Arbeitnehmer darauf hinweisen, daß diese die Verantwortung von sich weisen. Dazu ist folgendes anzumerken:

  • In der Umfrage wurde offensichtlich nach Hindernissen gefragt. Diese dürften unabhängig vom Einsatzwillen und vom Verantwortungsbewußtsein der Mitarbeiter bestehen.
  • Die Leistungen eines Betriebes hängen nicht nur von den Eigenschaften der Mitarbeiter ab, sondern sind das Ergebnis des Zusammenwirken der Arbeitnehmer mit den Arbeitsbedingungen. Laut W. Edwards Deming sind die Arbeitsbedingungen zu 94 % für die Leistungen zuständig, was auf einen nicht unerheblichen Faktor hinausläuft.
  • Um die Leistung eines Betriebes entscheidend verbessern zu können, ist die Nutzung des Wissens und der Beobachtungen der Mitarbeiter unerläßlich.

Für jeden, der sich ernsthaft mit dem Qualitätsmanagement in seinem Betrieb auseinandersetzen will, stellen sich somit zwei Fragen:

  1. Wie werden Schwierigkeiten beim Erfüllen der Aufgaben interpretiert?
  2. Gegeben dieselben Mitarbeiter: Sind die Arbeitsbedingungen tatsächlich so beschaffen, daß die Mitarbeiter tatsächlich ihre beste Leistung abliefern können? Wenn ja: Wie weiß man das?