Umkreisung am Beispiel der Kurzgeschichte „Känsterle“

Kurz nachdem ich meinen Beitrag über den Umgang mit Bedenkenträgern verfaßt hatte, erinnerte ich mich an eine Begebenheit aus meiner Schulzeit. Einmal (ich glaube, es war in der 8. Klasse) mußten wir in der Klasse eine Interpretation der Kurzgeschichte „Känsterle“ des schweizer Schriftstellers Rainer Brambach schreiben. Um das folgende zu verstehen, empfiehlt sich die Lektüre des Werkes (sie steht unter anderem hier online zur Verfügung) und ein paar kurze Überlegungen über die Handlung. Meines Erachtens lohnt es sich, die Kurzgeschichte auch sonst zu lesen.

Nach der Benotung der Interpretation stellte sich heraus, daß viele in unserer Klasse entweder dem Mann oder der Frau die Schuld am Ausgang der Geschichte gaben. Für solche Urteile sprang höchstens eine 3 heraus. Was wir hier vorliegen hatten, war ein Beispiel für eine Umkreisung des Themas (Punkt 9 in der Liste der 10 Arten des Bedenkens nach Shingo). Die meisten in unserer Klasse hatten die Geschichte nur aus einem Blickwinkel betrachtet. Hätte man mehrere Blickwinkel verwendet, hätte man zu einem kompletteren Urteil gefunden.

Interessant war, wie die einseitigen Blickwinkel verteilt waren. Es stellte sich heraus, daß die meisten Jungs der Frau die Schuld gaben, während die meisten Mädchen dem Mann die Schuld gaben. Dies war eine interessante Erkenntnis, aus der man etwas hätte lernen können, wenn man ihr weiter auf dem Grund gegangen wäre. Leider wurde anschließend weiter der Bildungsauftrag befolgt.

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