Weisheit der Ahnen

Aus einem Artikel über ein Betriebssystem für Großrechner:

„Der allgemeine Datensicherungsmechanismus wird eher vom System als von dem individuellen Benutzer versehen, omdat hie betrouwbarer het systeem wordtdenn je zuverlässiger das System wird, desto mehr sieht sich der Benutzer außerstande, den zusätzlichen Aufwand (oder Sorgen), für den unwahrscheinlichen Fall eines Mißgeschickes zu versuchen, Vorkehrungen zu treffen, zu rechtfertigen. Daher benötigt der individuelle Benutzer eine Versicherung, und dies ist in der Tat, was zur Verfügung gestellt wird.“

Das im Artikel beschriebene Betriebssystem war Multics, ein Vorläufer von Unix. Der Artikel selbst stammt aus dem Jahr 1965! Man kann dieses Zitat durchaus als ein Beispiel für die These von W. Edwards Deming deuten, daß das System zu 94 Prozent für die Leistung verantwortlich ist und die individuellen Benutzer nur zu 6 Prozent. Außerdem kann man den Datensicherungsmechanismus als Beispiel für Poka-yoke, die japanische Kunst der Fehlervermeidung, deuten (für diese Kunst gibt es vielfältige Anwendungsmöglichkeiten).

Die Moral von der Geschichte: Auch wenn die beschriebene Technik nicht mehr aktuell ist (oder – nebenbei bemerkt – nicht zum Fachgebiet des Lesers gehört), können die zugrundeliegenden Prinzipen sehr wohl lehrreich sein.

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